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Gisela Schäfer

Lese-Buffet

Edition Paashaas Verlag, Hattingen, 05/2015

 

Der Titel „Lese-Buffet“ kommt nicht von ungefähr, denn statt ein langes Inhaltsverzeichnis, das jede einzelne Geschichte oder Lyrik listet, einzubinden, wurde nur grob untergliedert in „Vorspeisehäppchen“, „Hauptgerichte warm“, „Hauptgerichte scharf“, „Besondere Delikatessen“ und „Nachspeisen“ sowie eine kurze Information „Über die Autorin“. Was man sich darunter vorstellen darf, kann man dem Backcover entnehmen, nämlich dass es sich bei den Kategorien um besonders kurze Erzählungen, rührende Geschichten, Krimis, Liebesgeschichten und Gedichte handelt.

Bände mit Kurzgeschichten und/oder Lyrik tun sich meist schwer, ihre Käufer zu finden. Das ist schade, denn sie beinhalten oft sehr schöne und abwechslungsreiche Ideen, die vom Umfang her gerade für jene Leser ideal sind, die nach Feierabend gern noch ein paar Seiten lesen, bevor sie müde einschlafen, oder die eine größere Familie haben, welche selten erlaubt, dass man einen längeren Text an einem Stück liest. „Lese-Buffet“ mit Storys, die ein bis sieben Seiten lang sind, kommt dem perfekt entgegen.

Das Geschenk, das weitere Geschenke produzierte“, ist der Hase Nerzi, welcher der kleinen Silke geschenkt wurde. Das Tier darf sie stets begleiten, auch zu einer Freundin, die ebenfalls einen männlichen Hasen ihr Eigen nennt. Nachdem Silke mit den Großeltern einige Tage verreist war und sich die Mutter um das Tier kümmern musste, hagelt es nach der Rückkehr prompt Schelte, weil Nerzi überfüttert wurde und nun ganz fett ist. Aber nicht für lang … Margot hatte nie eine enge Beziehung zu ihrer Mutter, doch als diese auf dem Sterbebett liegt, kommt es zur „Aussöhnung“. Vom Fenster aus beobachtet der Schlossherr, wie seine hübsche Frau mit dem Verwalter heftig flirtet. Kurz darauf lädt er seinen Angestellten auf „Zwei Gläser Whisky“ ein, mit … Folgen für den Nebenbuhler. Während seine Frau auf Kur ist, tischt Georg ihr „Die Lüge“ auf, dass er in dieser Zeit Urlaub auf La Palma macht. Als sie zurückkehrt, erwartet sie eine große Überraschung. „Spur des Lebens“, ein Gedicht, beschreibt, dass man nackt zur Welt kommt und so auch wieder geht, doch was man in der Zeit dazwischen getan und an Liebe gegeben hat, hinterlässt Spuren, sodass doch etwas bleibt.

Man merkt den Geschichten an, dass Gisela Schäfer so manches davon selbst erlebt, beobachtet oder erzählt bekommen und dann mehr oder minder literarisch für ihr Publikum aufbereitet hat. Das sind dann auch die Storys, die am meisten berühren, denn mitunter hat der Leser ähnliche Erfahrungen gemacht, sodass er sich leicht in die Situation hinein versetzen kann. Das gilt besonders für die Geschichten, die in vergangenen Jahrzehnten, in der Nachkriegszeit angesiedelt sind und durch die Themen, Erzählweise und Kürze sehr gut geeignet scheinen, um sie Senioren mit schwachen Augen vorzulesen. Doch auch die humorigen Beiträge, in denen meist Kinder vorkommen, sowie die märchenhaft angelegten Geschichten sind guter Vorlesestoff, diesmal vor allem an die Gruppe der Leseanfänger adressiert. Die Krimis kommen ohne nennenswerte Gewalt und die Liebesgeschichten ohne schlüpfrige Szenen aus. Stattdessen setzt die Autorin auf die kurzen Momente, die dem Verbrechen vorangehen oder darauf folgen, mitunter ergänzt durch vage fantastische Motive, bzw. auf die reine Romantik. Seite 30 von 91

Bei den Gedichten hat man das Gefühl, dass sie nach Jahreszeiten und dem Verlauf des Lebens geordnet sind – das Werden, Vergehen und die Wiederkehr oder das, was bleibt. Meistens wird gereimt (Paarreim, Kreuzreim, umarmender Reim, Sonnet). Sie sind sehr emotional.

Was einerseits die Stärke dieses Bandes ist – die Vielfalt, denn praktisch jeder, der unaufgeregte Lektüren schätzt, kann etwas für sich finden –, ist zugleich seine Schwäche, denn die meisten Leser bevorzugen bestimmte Genres. Der Schwerpunkt von „Lese-Buffet“ liegt eindeutig auf dem, was man als Alltagsgeschichten bezeichnen könnte, auf kleinen Anekdoten, menschlichen Dramen und humorigen Geschehnissen. Die Krimis, Märchen und andeutungsweise fantastisch angehauchten Erzählungen fügen sich gelungen ein, da sie nicht dem entsprechen, was Genre-Hardcore-Fans erwarten. Das heißt, die Freunde dieser Spielarten werden kaum nach der Kurzgeschichten-Sammlung greifen. Noch komplizierter macht es die Lyrik, da das Publikum hier sehr überschaubar sein dürfte und der Prosa-Leser ganz gern einen großen Bogen um Gedichte schlägt. Vielleicht wäre es besser, sich auf eine Form bzw. ein Genre zu konzentrieren und dessen Leser gezielt anzusprechen, statt auf zu viel Abwechslung zu setzen, selbst wenn alles vom Grundton her ganz gut zusammenpasst. Denn „Lese-Buffet“ ist wirklich ein netter Band mit angenehmen Kurzgeschichten, die man quasi lesen kann, wenn man 10 Minuten Zeit zum Durchatmen hat, nachdem der Kleine in den Kindergarten gefahren wurde und bevor die Große von der Schule abgeholt werden muss.

I.S. (Rattus libri).

 

 

Lese-Buffet

 

Gut erzählte Alltagsbegebenheiten und wunderbare Gedichte, mit denen man sich so manchen Abend unterhalten kann. Solch eine kurzweilig Sammlung ist auch immer sehr gut zum Verschenken geeignet

 

Privat schrieb mir Petra:

Hallo, Gisela - ich habe gestern das Lese-Buffet ausgelesen und mich dabei wunderbar unterhalten. Die Geschichten waren genau nach meinem Geschmack bis auf die Weihnachtsgeschichten, die ich überblätterte. Mich beeindrucken auch die schönen Gedichte über die Jahreszeiten. Ich habe mir zwei davon komplett abgeschrieben und je einen Vers bei zwei weiteren. Wenn Du erlaubst, würde ich sehr gern eine Strophe aus dem "Weg" in einem meiner Bücher verwenden - selbstverständlich mit Deinem vollen Namen darunter. Mir fielen allerdings nur kurze Bewertungen ein - zu kurz, um dem Buch gerecht zu werden, aber ich wusste einfach nicht, welche der Geschichten ich besonders hervorheben soll - tz tz tz ... Eine sehr angenehme Adventszeit wünscht Dir Petra Weise

 

Lese-Buffet

 

Das ist ein Buch mit Kurzgeschichten, die in Vorspeisehäppchen, Hauptgerichte warm, Hauptgerichte scharf, besondere Delikatessen und Nachspeisen aufgeteilt sind. Die Nachspeisen sind hier Gedichte.
Ich denke, dass hier jeder Geschichten finden wird, die ihn ansprechen. Die Schrift ist in einer guten Größe und die Autorin hat einen guten Schreibstil

 

 

Lese-Buffet

von Gisela Schäfer

4.0 von 5 Sternen

Kurzgeschichten und Gedichte
Von Elisabeth aus Chemnitz am 1. Dezember 2016
Format: Kindle Edition
 

Gut erzählte Alltagsbegebenheiten und wunderbare Gedichte, mit denen ich mich gern am Abend unterhielt. Obwohl ich selten Gedichte lese, so haben mich diese "Nachspeisen" bestens "gemundet". In jeder Geschichte und in jedem Gedicht geht es um das Leben, die Liebe, die Vergänglichkeit. Es gibt in diesem Lese-Buffet keine störenden Schnörkel und auch keine Brutalität, alles ist leicht und angenehm zu lesen.

Solch eine kurzweilig Sammlung ist auch immer sehr gut zum Verschenken geeignet.
 

 

Lese-Buffet

Na, dann Mahlzeit, Prost und guten Appetit, es ist angerichtet, und das nicht zu wenig! Gisela Schäfer, die Autorin aus Dormagen, hat uns ein abwechslungsreiches, appetitanregendes Buffet mit großzügigen Gängen zusammengestellt und serviert. Es beginnt einmal wie üblich mit Vorspeisenhäppchen, es folgen Hauptgerichte warm und scharf, besondere Delikatessen und selbstverständlich Nachspeisen. Auf jeden Fall muss hier wirklich niemand verhungern, und es ist für jeden etwas dabei, also keine Ausrede, um hier heikel und wählerisch zu sein! Wir kosten uns quer durch die reichhaltige Buffettafel von Erzählungen und Geschichten, wie z. B. "Begegnung im Café" oder "Nachtminuten" oder "Diese rücksichtslosen Autofahrer" (wer kennt sie nicht?) oder "Was tut sich im Nachbargarten?" (auch so was kennt man) oder "Ein Tag wie kein anderer" (kommt einem auch etwas bekannt vor) oder "Der rote Anorak" (was es nicht alles gibt). Gänsehaut ist bei den scharfen Hauptgerichten garantiert wie bei der "Selbstmörderin" oder bei "Die Zeitmaschine". Die Nachspeisen bestehen aus Gedichten und Sonetten in dem 216 Seiten starken Broschurbuch. Lesen wir daraus das erste Gedicht von Seite 168:

 

Morgenwunder

 

 Wie von Feenhand gesponnen,

hängt ein Kunstwerk filigran,

zart und windbewegt im Sonnen-

strahl. Von ferne kräht ein Hahn.

 

Himmelstränen-Tröpfchen blinken,

schimmern silbrig wie aus Glas,

elfenzierlich. Nebel sinken

nieder aufs betaute Gras.

 

Sonne hebt sich aus den Dünsten,

schenkt dem Land den goldnen Schein,

und zu Lerchenliederkünsten

geht es in den Tag hinein.

 

Gisela Schäfer

 

Rezension von Friederike Amort im Feierabend, Beilage zum Osterbrief 2016

 

 

 Über die Liebe und andere Probleme

von Gisela Schäfer

Wieder eine Handtaschenbroschüre von der unermüdlich fleißigen Schriftstellerin Gisela Schäfer aus D-Dormagen. Und was für eine amüsante noch dazu! Ja ja, die Liebe und alle ihre Freuden, Leiden, Höhen, Tiefen, diversen Wehwehchen und Nebenwirkungen ...! Diese hat die Autorin in gekonnter Manier der "Ode" zum Besten gegeben.Ein Liebesspektrum vom zarten Anbeginn bis zum Ehealltag und bis zu den geläuterten Ansichten dazu im reifen Alter.                                                

Diese Versform zeichnet sich dadurch aus, dass diese Vierzeiler wie folgend verfasst werden.   3 Zeilen mit / - / - / - - / - / -, die 4, Zeile: / - - / -,  wie folgt sind lt. Zeichenerklärung / betonte Silben, - sind unbetonte. Die Schlusszeile sollte nach Möglichkeit das Resumee oder eine Pointe zu den ersten 3 Zeilen sein. Bei Gisela Schäfers Form handelt es sich um sapphische Oden im a-a-b-b Reimschema. Sapphische Oden sind nach der antiken griechischen Dichterin Sappho benannt.                         Genug der Verslehre, welche jedoch für mehr Verständnis notwendig ist!

Lesen wir aus diesem handlichen Kleinheftformat einige Beispiele:

 

Verlockung

 Sonne  lockt, viel nackige Haut zu zeigen.                                                                                                             

Die Hormone tanzen den Liebesreigen.                                                                                                                       

Sieht Mann lustvoll Rundungen prall und offen, 

 

da kann er hoffen.

 

Unterschied

In der Jugend ist uns der Schmelz gegeben,                                                                                                         

schlank und geschmeidig schweben wir durch das Leben.                                                                                 

Später aber zieren uns Falten, Beulen ...

 

Es ist zum Heulen!

 

Gisela Schäfer                                                                                                                  

 

Rezension von Friederike Amort im Feierabend, Beilage 2/2016

 

 

 

Auf der Flucht und bei der Vertreibung! 

Unter diesem Titel hat uns am Donnerstagnachmittag* Frau Gisela Schäfer, unsere Zeitzeugin  aus dem  nahen Dormagen, viel Interessantes, Spannendes und Anrührendes aus ihrem eigenen Leben als Kind und junges Mädchen mitgeteilt. Sehr eindrücklich waren ihre Erinnerungen, die sie von ihrer Ausweisung aus dem östlichen Sudetenland aus ihrem in Teilen rezitieren autobiografischen Buch "Gestohlene Kindheit" berichtet hat. 

90 Minuten atemlose Stille, die in unserem Kursraum herrschte, beweisen, dass es Frau Schäfer durch ihre interessante Vortragsweise und sehr sympathische Art geschafft hat, Geschichte des 20. Jahrhunderts jenseits von theoretischen Texten aus der Zeit des beginnen Ost-West-Konfliktes lebendig und sehr persönlich erleben zu lassen. Wir hatten auch sehr viel Glück: unsere Autorin und Zeitzeugin ist selber eine ehemalige Marienbergerin, nach dem Abitur 1955 an unserer Schule hat sie als Lehrerin nach dem Studium gearbeitet, so dass sie es sehr gut versteht, junge Menschen auf Augenhöhe anzusprechen und mühelos in ihren Bann zu ziehen. Jedenfalls sind wir alle der festen Überzeugung, dass Geschichte durch das Präsentieren von individuellen Schicksalen  nicht nur interessant, soll auch sehr lehrreich sogar für die Bewältigung aktueller Probleme in unserer Gesellschaft wird. Ein kleines Beispiel dafür, eins der vielen Erlebnisse auf der Flucht, die übrigens zu Fuß über ein halbes Jahr gedauert hat, ist die Erkenntnis, ausgesprochen in einem radebrechenden  Dialog zwischen ihrer Großmutter, damals 74 Jahre alt, und einem russischen Offizier auf dem Territorium der späteren DDR: „Russki gut, Russki schlecht; Deutsche gut, Deutsche schlecht.“ 

Ist das nicht ein wunderbares Plädoyer für Völkerverständigung und für den Abbau von nationalen Ressentiments und Vorurteilen? In der frühen Nachkriegszeit, in der auf beiden Seiten sehr viel Unrecht begangen wurde und die vielfachen seelischen Verwundungen noch nicht hatten verarbeitet werden können, ist dies sicher eine sehr mutige und emotional sehr reife Aussage gewesen.

Wie geht man um mit derartig dramatischen Erfahrungen? Frau Schäfer hat eine sehr überzeugende Antwort gefunden. Sie hat nach ihrer Pensionierung begonnen, in schriftlicher Form ihre Erlebnisse für sich selber zu verarbeiten und damit für jüngere Generationen transparent und erlebbar zu machen. Die Ergebnisse dieser individuellen Traumatabearbeitung sind neben dem oben bereits erwähnten autobiografischen Werk „Gestohlene Kindheit" auch etliche Gedichtbände, aus denen zwei Kostproben am Ende der 90-minütigen Veranstaltung vorgelesen wurden, um einen beeindruckenden Schlusspunkt zu setzen.

Ich wünsche noch vielen Klassen und Kursen die Möglichkeit, sich bei einer Zeitzeugin wie Frau Schäfer von Geschichte und Vergangenheit individuell faszinieren zu lassen und damit gleichzeitig auch eine Lehre - siehe oben- zu internalisieren .

 

Sabine Exner-Scholz, Mädchengymnasium Marienberg in Neuss

 

* 11. 2. 2016

 

 

Lese-Buffet
Von Gisela Schäfer
erschienen im Paashaas Verlag
Softcover; 216 Seiten
ISBN: 978-3945725-20-7

So bunt und vielfältig wie ein reales Buffet ist das 216 Seiten starke Buch von der Dormagener Autorin Gisela Schäfer. Die darin enthaltenen Köstlichkeiten beginnen mit kleinen Häppchen wie die Geschichte von „Nerzi“ dem Kaninchen, dem dann die warmen Hauptgerichte folgen. Hier erzählt die Autorin von einer „Auslandsreise mit Hindernissen.“ Ich musste schmunzeln, wie die brillante Erzählerin Gisela Schäfer die Reise beschreibt, als sie mit Sack und Pack nach London fuhr.
Bei den scharfen Gerichten – Kurzkrimis – ist gleich die erste Geschichte ein klassischer Eifersuchtsmord. Aber auch die Legende von der „Selbstmörderin“ liest sich gut und spannend, während Liebesgeschichten die besonderen Delikatessen sind. Besonders hervorheben möchte ich dabei die amüsante Geschichte von Ferdinand und Christof, der für seinen Vater eine Frau und für sich eine Mutter sucht.
Den Abschluss bilden die verschiedenen Desserts in Form von Gedichten, die sich über das ganze Jahr spannen und ein besonderer Leckerbissen sind.
Alles in allem ist dieses Lese-Buffet sehr abwechslungsreich und spannend bis amüsant sowie fantasiereich erzählt. Es ist ein Genuss, sich bei diesem Buffet zu bedienen, von dem ich sicher noch öfter Gebrauch machen werde.

© Ernestine Gira

 

 

Gisela Schäfers Lese-Buffet

Gisela Schäfer:
LESE - BUFFET

erschienen in der Edition Paashaas Verlag,
Hattingen
brosch., 216 Seiten
Preis: € 9,90

Interessant. Ein Lese-Buffet? Was haben wir da vor uns? - Wie bei einem Speisenbuffet für ein wunderbares Familienfest ein großzügiges, herrliches Angebot. Nur werden in diesem Buch nicht Speisen serviert, sondern - für jeden Gang des Festmahles - literarische Köstlichkeiten. Da gibt es bei den Vorspeisen Kurzgeschichten, leicht und unterhaltsam zu lesen, bei den Hauptgerichten unterscheidet man warme Gerichte (die das Herz des Lesers warm berühren), scharfe Gerichte (bzw. Geschichten - Krimis), und sehr delikate - Liebesgeschichten, wie man sich vorstellen kann.

Ein Buch, das gut zu lesen ist, das man sich gerne noch mitnimmt ins Bett, um sich vor dem Einschlafen Erzählungen in genau der richtigen Länge einzuverleiben, das im Wartezimmer des Arztes Spannenderes zu bieten hat als die aufliegenden alten Zeitschriften, oder im Zug die richtige Entspannung, wenn man nicht mehr auf die vorüberfliegenden Häuser und Felder schauen möchte.

Ich persönlich halte mich natürlich sehr gerne bei den Nachspeisen auf; zum Kaffee genieße ich dazu Desserts in Form von Gedichten, heitere, traurige, nachdenkliche und erzählende gibt es da, die sich ebenso gut lesen lassen wie der Prosateil des Buches. Es gibt ja selten Autoren, die so klar und angenehm schreiben können wie Gisela Schäfer. So lässt man sich nur zu gerne einladen und genießt dieses Buffet von der ersten bis zur letzten Seite.

Ingrid Streicher

 

 

Lichterzeit 4 Weihnachten

von Gisela Schäfer   

Erschienen 2014 im Eigenverlag                                                                                                                                                                            

Ein entzückender weihnachtlicher "Brief"gruß liegt hier von Gisela Schäfer vor. "Brief" deshalb, denn diese Kleinbroschüre passt locker in ein Briefkuvert und darf ruhig einmal mehr als einfache Weihnachtswünsche überbringen. Es ist erstaunlich, was alles an Gedichten, Kurzgeschichten und Bildern auf 24 Seiten Platz hat.                                                                             Lichterzeit 4 ist eines von insgesamt 6 Miniausgaben von Gisela Schäfer, begonnen mit St. Martin bis Hl. Dreikönig.        Gerade heutzutage, wo Stress, Hektik, Eile und Betriebsamkeit den Advents- und Vorweihnachtsalltag beherrschen, sind kleine Miniauszeiten mit so einer Lektüre eine Wohltat und Erholung, man braucht nur etwas Zeit und den Willen dazu, ein paar Augenblicke in sich zu gehen und sich ein paar innige Gedanken zu gönnen, die einen von der Rastlosigkeit abholen. Dies beweist auch die Erzählung von der persönlichen Erfahrung mit einer Weihnachtslesung auf Seite 11.

Lesen wir das ansprechende, heimelige Gedicht von Seite 10:

 

Endlich

 

                                                                                   Endlich ist das Fest gekommen.                                                                                                     

Macht die Herzen weit,

Fromme und die nicht so Frommen!

Es ist Weihnachtszeit.

 

Zeit für Ruhe und Besinnung,

weg mit Hast und Leid!

Zeit für dankbare Gesinnung.

Es ist Weihnachtszeit.

 

Seht das Kindlein in der Krippe!

Endet allen Streit!

Lobet Gott mit Herz und Lippe.

Es ist Weihnachtszeit.

 

Gisela Schäfer

 

Samstag, 8. August 2015

Ein Stück Medium in jedem?

Erfahrungen
von Gisela Schäfer

Erschienen im Eigenverlag
bei Gisela Schäfer, D-Dormagen
keine Verlagsangabe

Die deutsche Autorin Gisela Schäfer aus Dormagen weiß, wovon sie schreibt und über das Thema, von Dingen zwischen Himmel und Erde, kann sie aus ihren Erfahrungen sehr viel erzählen, dazu gehört natürlich auch einmal das unbedingte mediale und seriöse Interesse, die Bereitschaft „etwas“ wahrnehmen zu wollen und das Fingerspitzengefühl, eine Botschaft des Wahrgenommenen zu deuten und zu erkennen. Wie man sieht, spielen hier eine wichtige Voraussetzungen eine wesentliche Rolle. Gisela Schäfer hat viele Seminare zu diesem Thema besucht, so daß sie darüber schon eine Reihe von Büchern herausgab. Im vorliegenden Buch schreibt sie, daß durchaus jeder Mensch „wahrnehmen“ kann. Umrahmt von Einleitung und Nachwort erzählt sie in zwei Teilen.
Der erste kürzere Teil beschreibt z. B. allgemeine Gedanken über das Medium an sich, über sinnliche und außersinnliche Wahrnehmungen.

Im großen zweiten Teil lesen wir 6 Kapiteln über eigene Erfahrungen von:
Hell-fühlen von Verstorbenen, Auren, Gefahren und Geschehnisse.
Hell-sehen von inneren Bildern, Träume und Erscheinungen
Hell-hören im Traum – und Wachzustand
Hell-wissen ist intuitives Erkennen der eigenen inneren Stimme, sowie in Trance
Telepathie von Gedankenlesen, Gedankenübertragung und Channeling
Energieübertragung

Man erfährt, daß Gisela Schäfer sehr wohl ihre eigenen Antennen ausgefahren hat, indem sie von urplötzlichen Begegnungen, spontanen Eingebungen, nicht sichtbaren Anwesenheiten und von Erlebnissen, die man erst hinterher erkannte oder deutete, eindrucksvoll und lebensnah schildert.
Ein Buch, für alle Menschen, die derartige Erfahrungen verfügen, aber darüber nicht sprechen können oder wollen, als Beispiel dafür, daß man durch über mediale Anlagen mehr oder weniger verfügt, aber auch für jene Menschen, die sich mit dieser Thematik gerne auseinander setzen.

Fr. Amort, veröffentlicht im Sommer – FEIERABEND - 2015

 

 

Zeitzeugen-Bericht von Frau Gisela Schäfer in der Q2- die gestohlene Kindheit

 

Der Geschichte-Leistungskurs der Q2 von Frau Exner-Scholz beschäftigte sich im Januar mit der Nachkriegszeit in Deutschland, also mit der Zeit von 1945 bis 1950. Da jede Schülerin des LKs dieses Thema fesselte und brennend interessierte, lud Frau Exner-Scholz eine Zeitzeugin ein, Frau Gisela Schäfer aus Neuss, die diese Zeit als Kind miterlebt hat und darüber ein Buch verfasst hat.

Am Donnerstag, dem 16. 1. 2014, war es dann so weit. Frau Schäfer kam in unseren Unterricht und berichtete von ihren Erlebnissen während des Krieges sowie von ihrer Vertreibung aus dem Sudetenland. Neben spannenden Erzählungen las sie aber auch immer wieder ein paar Passagen aus ihrem Buch „Gestohlene Kindheit“ vor. Sie verriet uns, dass das Aufschreiben ihrer Kindheitserlebnisse in diesen schweren Zeiten ihr dabei geholfen habe, die Erlebnisse zu verarbeiten. Denn lange Zeit waren solche Themen in Deutschland tabuisiert. Und damit auch für sie selbst.

Was hatte sie nun erlebt? Ihre Eltern schickten sie als Vierjährige zum Schutz vor Bombenangriffen mit der Kinderland-Verschickung ins als sicherer geltende Sudetenland im Süd-Osten des Deutschen Reiches. Zunächst lebte sie bei einem Lehrer-Ehepaar, bis einige Zeit später ihre Großmutter und ein Vetter nachkamen. Fortan lebte sie mit ihnen zusammen.

Als der Krieg 1945 verloren war, bekamen alle Reichsdeutschen im Sudetenland die Anweisung, innerhalb von 48 Stunden das nun unter sowjetische Kontrolle geratene Land zu verlassen. So machte sich auch Frau Schäfer mit ihrer Großmutter und ihrem Vetter auf den Weg. Zu Fuß. Und als Gepäck ein kleiner Puppenwagen, mit dem Nötigsten beladen. Sie schlossen sich bald einem Treck von etwa 90 anderen Flüchtlingen an. Alle flohen gen Westen. Dieser Treck schaffte es mit knapper Not, innerhalb der 48 Stunden-Frist über die Grenze zu gelangen.

Geschafft? Nein, denn der Weg bis ins Rheinland war noch weit und beschwerlich. Frau Schäfer berichtete uns von kleinen und großen Ereignissen dieser beschwerlichen „Reise“, die ja immer noch zu Fuß erfolgte. So erzählte sie zum Beispiel immer wieder von dem Hunger, den sie alle gehabt hatten, der großen Armut, denn es fehlte allen an allem. Leider wurde sie auch Zeugin der Vergewaltigung einer jungen Frau durch sowjetische Soldaten, die wie sie auf der Flucht war und ebenfalls mit ihr im Treck unterwegs war. Wir waren betroffen und erschüttert.

Doch es gab auch Kurze Momente des Glücks. Zum Beispiel, als sie vergeblich versuchte, sich aus einem Taschentuch eine Puppe zu basteln. Dabei beobachtete sie ein russischer Soldat, den das rührte und der ihrer Großmutter Geld gab. „Du Puppe kaufen für Mädchen!“

Bis heute tut sich Frau Schäfer sehr schwer damit, Lebensmittel wegzuwerfen.

Insgesamt dauerte der Marsch zurück in die Heimat von Mai bis Dezember 1945. Somit waren die Menschen acht Monate lang Tag für Tag auf den Beinen. Für uns heute, die wir oft noch zum Briefkasten an der Ecke mit dem Auto fahren, unvorstellbar.

 

Nach ihren Erzählungen und Lesungen war Frau Schäfer auch noch bereit, unsere Fragen anzuhören. Dabei erfuhren wir noch, dass Frau Schäfer eine ehemalige Marienbergerin ist. Sie berichtete uns, wie es damals in unserer Schule so zuging. Der Unterricht wurde größtenteils durch Nonnen erteilt und es gab - zu unserer großen Überraschung - auch eine Art Kleiderordnung, die besagte, dass die Mädchen auf keinen Fall Hosen tragen durften.

 

Als Frau Schäfer uns verließ, waren wir alle sehr beeindruckt – von ihrer Person wie auch von ihren Schilderungen. Sie hat uns damit einen ganz besonderen Einblick in ihr Schicksal einerseits und in die Zeit des zweiten Weltkriegs sowie die Schrecknisse der Vertreibung gegeben. So können wir nun viel besser verstehen, was damals eigentlich passiert ist.

 

Von Alina Holtkamp und Antonia Wilhelm

 




Mittwoch, 25. Dezember 2013, 18:34

Lichterzeit

von Gisela Schäfer

Heftchen mit 24 Seiten und 8 Bildern

Eben hatte ich ein wenig Zeit und setzte mich mit dem Bändchen „Lichterzeit“ von Gisela Schäfer neben den Christbaum. In aller Ruhe las ich die Geschichten und Gedichte durch, und hatte große Freude dran. „Zwischen Herbst und Advent“ – ein Gedicht, das uns zu der Zeit führt, die im Titel gemeint ist, dann folgt eine Geschichte über ein Adventgesteck, das mit seiner ungeliebten Holzkerze doch endlich seine richtige Bestimmung erleben darf. „Vorbereitungen“ – ein entzückendes Gedicht über die diversen Arbeiten der Adventzeit, und wieder eine Geschichte über „Advent damals“ …und so geht es weiter, Gedicht und Geschichte abwechselnd, alles in klarer Sprache geschrieben, die man heute schon so selten findet. Man könnte das Büchlein, so wie es ist, in Volksschulen (Grundschulen) austeilen, damit es die jungen Leser vor Weihnachten lesen dürfen: vorbildlich in der Sprache, und lehrreich im Inhalt.
Danke der Autorin für die erholsame Lesezeit mit diesem Büchlein!

Ingrid Streicher

 

Dienstag, 16. Dezember 2014

Lichterzeit 2

Advent
Geschichten und Gedichte
von Gisela Schäfer
Erschienen im Eigenverlag
by Gisela Schäfer
D- 41542Dormagen, Am Hahnen 51
Broschüre
Ein kleines Heft mit großem und erstaunlich viel Inhalt! Diese handliche Broschüre ist rasch einmal in die Handtasche oder in eine geräumige Manteltasche eingesteckt, um sich vielleicht irgendwo eine geplante oder unvorhergesehene Wartezeit zu verschönern, um etwas Erfreuliches abseits vom Alltag zu inhalieren. Auch eignet sich das Heft ideal als kleines Mitbringsel zu Freunden zum Adventkaffee oder für eine spontane Einladung, wo vielleicht etwas Adventbesinnung angesagt ist. Gisela Schäfer beschert uns hier eine gelungene Mischung aus Prosa und Lyrik auf 24 Seiten, bei der auch noch stimmungsvolle geschmackvolle Fotos Eingang fanden. Zudem ist dieses Heft die 2. Folge einer sechs-teiligen Reihe, welche Themen, begonnen mit dem St. Martinstag bis zum Heiligdreikönigstag zum Inhalt hat.
Lesen wir auf Seite 3:

Zwischen Herbst und Advent

Die Felder, sie schweigen
In Farben so fahl.
Die Tage, sie neigen
sich, die Bäume sind kahl.

Die Wege voll Pfützen,
die Tage so grau –
man trägt wieder Mützen,
der Mann, wie die Frau.

Mich fröstelt‘s im Freien,
ganz blau sind die Lippen.
Nun fängt’s an zu schneien.
O je, ich muß schippen.

Dann rasch in das Zimmer!
So kalt war der Schnee.
Hier friert es mich nimmer
bei wärmendem Tee.

Gisela Schäfer

(Rez. von Fr. Amort in der Beilage der WEIHNACHTSBOTSCHAFT 2014)

 

 

 

„Gestohlene Kindheit“
von Gisela Schäfer

Gleich zu Beginn muss ich es sagen:
Für mich, als Kind der Nachkriegs-Generation, birgt dieses Buch einen reichen Schatz an Erlebnissen und Geschichten über den Zweiten Weltkrieg. Ich habe sie mit intensivem Wissensdurst in mich aufgenommen, denn sie sind authentisch und mit Spannung erzählt. Ich konnte mich gut identifizieren mit der kleinen Gisela, die mit nur vier Jahren schmerzlich erfahren musste, was Krieg, Trennung, Flucht, Hunger, Kälte und allerlei andere Entbehrungen bedeuten. Oft war ich den Tränen nahe, so eindringlich beschreibt die Autorin ihre Erinnerungen an diese schreckliche Zeit.

Das Buch ist sehr empfehlenswert: Für ältere Leser, um sich erneut zu erinnern und vielleicht manches noch zu verarbeiten, und für junge Menschen, dass sie „erleben“ können, wie hart die Situation während der Kriegsjahre war.

Birgid Krause

 

 

Dienstag, 28. Oktober 2014

Unerklärliche Geschichten

Herausgegeben von Gisela Schäfer
im Engelsdorfer-Verlag, D-Leipzig
ISBN: 978-3-95488-543-5 / 2013 / 9,50 Euro / Broschur
Titelbild von Gisela Schäfer

Der Sammelband nach dem vorangegangen Band: „Wunder-volle Erfahrungen“ beinhaltet wieder eine Fülle von Erzählungen über Erlebnisse, die nicht greifbar und schwer erklärbar sind. Wie der zweite Band beweist, geschehen doch genug „solche Dinge“, nur kann oder mag der Betroffene, dem dies widerfuhr, darüber nicht offen sprechen. Zehn Autorinnen mitsamt der Herausgeberin Gisela Schäfer haben sich aber doch getraut, darüber zu schreiben. Einige der Autorinnen wurden auch ein Sprachrohr für andere Personen, die ihre Erlebnisse zum Aufschreiben weitererzählten. Somit ist wieder eine beachtliche Ansammlung unerklärlicher Geschichten entstanden, in dem wiedergegeben wird von Begegnungen mit Wesen, die anwesend, wahrnehmbar, spürbar, jedoch nicht sichtbar waren. Von Menschen, von denen wir Abschied nehmen mußten, die sich aber noch einmal in irgendeiner Weise bemerkbar machten, von Engelwesen, die Schutzfunktionen ausübten. Wir lesen von Geburt und Tod, von Botschaften und Gedankenübertragung, von Loslassen und Nahtoderfahrung, von Geruchs – Hör – und Fühlerkenntnissen, die jede von den Erzählenden in den Geschichten erlebt hat. Um auch Lyrik einen Raum zu geben, haben einige Werke in diesem 122- seitigen Buch Einlass gefunden, lesen wir zum Beispiel auf Seite 72:

Ein Schleier
trennt die Welten,
der nur von der
höheren Warte aus
durchschaut werden kann.
Doch in bestimmten Momenten
wird er gelüftet,
und der Mensch
darf einen Blick
in die Jenseitswelt
werfen.
Er darf schauen
und hören.

Gisela Schäfer

Rezension von Friederike Amort

 

Mittwoch, 5. Februar 2014

Unerklärliche Geschichten

herausgegeben von Gisela Schäfer und Mitautoren
2013 erschienen im Engelsdorfer Verlag
122 Seiten, € 9,50

Zwischen Himmel und Erde gibt es sehr viel, was wir in unserer Körperlichkeit nicht verstehen, oder noch nicht erfassen können. Mit diesen erlebten Geschichten, wollen Gisela Schäfer und ihre Mitautorinnen zeigen, dass es ein Leben hier und jenseits gibt. Viele wunderbare Begebenheiten werden hier beschrieben und nehmen uns die Angst vor dem Ende. Es sind keine erfundenen Geschichten, sondern erlebte Tatsachen. Ein Buch für alle die Zweifel hegen, aber auch für Leser, die ihre eigenen Wahrnehmungen auf diese Art bestätigt finden.
Ein "wunder"volles Buch

Rita Keller

 

 

Sonntag, 2. Februar 2014

Schmunzelverse in Stanzen

von Gisela Schäfer

Erschienen im Eigenverlag / 2012
bei Gisela Schäfer,
D-Dormagen, Am Hahnen 51

Gleich zu Beginn meint und empfiehlt die Rezensentin: Es müßte, sollte und könnte viele mehr geschmunzelt und gelächelt werden. Wie befreiend und erholsam ist doch eine Lektüre, die einem ein Schmunzeln entlockt, ein Lächeln in das Gesicht zaubert.
Leider werden viel zu wenig Stanzen geschrieben, ist doch gerade diese hochgeeignet dafür, Humorvolles in Kürze mit Würze, aber dennoch mit hohem Maß von Reimkunst in Worte zu fassen.
Was ist eine Stanze? Sie ist eine, aus Italien stammende Gedichtform, sie besteht aus acht Zeilen mit je zehn oder elf Silben im fünf-hebigen Jambus, das Reimschema setzt sich aus a-b-a-b-a-b-c-c zusammen. Die zwei letzten Zeilen drücken die Essenz des Gedichtes aus, oder sie bringen die Pointe.
Gisela Schäfer hat in dieser Kleinbroschüre, die sich ideal für liebenswerte Geschenke oder Mitbringsel eignen, uns einen Teil ihrer Sammlung vorgelegt. Sie beschreibt den Mensch, den Alltag, das Leben mit kleinen und witzigen Pannen satirisch, mit einer Prise Selbstironie und Schadenfreude wie z. B. „Der Wecker“, „Zeitung lesen“, „In der Badewanne“, Wintervollmond“, „Die Delle im Auto“, „Boulevard-Presse“ oder „Regenschirme“ in vortrefflicher Weise.
Lesen wir auf Seite 19:

Nachlassende Schönheit

Die Jugend schaut sich gern im Spiegel an.
Was ihr entgegenblickt ist, frisch und zart.
Doch Jahre später merken Frau wie Mann,
dass diese Schönheit sich nicht hat bewahrt.
Und naht das hohe Alter erst heran,
sind weißes Haar und Falten eng gepaart.
Hätt‘ man den Spiegel früh genug zerschlagen,
säh man sich noch so wie in Jugendtagen!

Gisela Schäfer

Auf den Punkt gebracht! Haben Sie jetzt lächelnd dazu bejahend genickt? Na also!

Rez. von Friederike Amort, veröffentlicht in der Rez.-Beilage vom Winter - FEIERABEND 2014

 

Sonntag, 11. April 2010

Gisela Schäfer: Wuff, Miau und andere Töne

Tiergeschichten
BoD 2009

brosch., 100 Seiten, mit vielen Fotos
€ 14,90

Lieben Sie Tiere? – Dann müssen Sie dieses Buch lesen.
Sind Sie eher skeptisch und trauen Sie es sich nicht zu, Haustiere zu halten? –
Dann müssen Sie es erst recht lesen.
Gisela Schäfer gehörte zu dieser zweiten Sorte von Menschen. Sie wurde in ihrer Kindheit von einem Papagei gebissen, hatte große Angst vor kläffenden Hunden, sie wurde von einem wütenden Hahn bedrängt usw. – kein Wunder, daß sie der Tierliebe ihres Mannes und der wachsenden Sehnsucht ihrer Kinder, Haustiere zu besitzen, mit großer Skepsis begegnete. Doch sie hatte keine Chance. Es begann mit einer Schildkröte namens Hermann, die als Geschenk in die Familie kam, wurde fortgesetzt mit einem Streifenhörnchen, Fischen, Vögeln, der süßen kleinen Katze Tipsy, die dann zur Stammutter etlicher Katzengenerationen wurde, über ein als Männchen gekauftes Zwergkaninchen, das immer dicker wurde und schließlich für einen Korb voller winziger Häschen sorgte ... bis hin zu Timmy, dem Mischlingshund, der 14 Jahre lang geliebtes Familienmitglied wurde. Weitere kleine Erzählungen über Mäuse im Haus und das Kälbchen des Schwagers sowie zwei Tiergedichte am Ende des Buches runden das Bild wunderschön ab und machen das Buch zu einem Lesegenuß der besonderes Klasse. Kaum begonnen, möchte man es nicht mehr aus der Hand legen, so fesseln einen die Geschichten der Vier- bzw. der betreuenden Zweibeiner. Wer selber schon Tiere im Familienverband hatte, wird alles nachempfinden können: das Entzücken über so ein junges Tierchen, die Freude, die man dann mit ihm hat, wenn man auch die Liebe, die es selber der Familie entgegenbringt, genießen kann, und schließlich das Weh, wenn man es dann verliert oder sogar selbst über seinen Tod bestimmen muß ...
Die Fotos, die die Texte auflockern, sind nur Originalbilder von den Tieren, über die erzählt wird. Man lernt sie alle gut kennen – und auch lieben; und wenn man will, kann man auch viele gute Tipps über die Tierhaltung und –erziehung mitnehmen bei der Lektüre dieses liebenswerten Buches. In klaren Worten, wie man es von der Autorin gewohnt ist, schenkt sie uns mit ihrem neuen Buch Freude, Spannung und vielleicht auch den Wunsch, selbst ein Haustier zu besitzen.

Ingrid Streicher

 

 

Samstag, 18. Januar 2014

Unerklärliche Geschichten

zusammengestellt und herausgegeben von
Gisela Schäfer,
erschienen 2013 im Engelsdorfer Verlag Leipzig
brosch., 122 Seiten, € 9,50

Schon fünf Jahre zuvor hat Gisela Schäfer im gleichen Verlag eine Anthologie mit „Wunder-vollen Erfahrungen“ zusammengestellt. So kann man dieses nun vorliegende Buch als Fortsetzung dazu betrachten. Auch hier geht es wieder um „Dinge zwischen Himmel und Erde“, die von Autorinnen aus Deutschland und Österreich selbst erlebt und aufgeschrieben wurden. Einige Geschichten haben ihnen Freunde oder Verwandte erzählt, und sie brachten sie für diese zu Papier. Alle sind wert, fest gehalten zu werden.

Wie bei allen Büchern von Gisela Schäfer beeindruckt das Werk durch makellose Ausführung und Korrektur. In ihrem Vorwort erklärt die Herausgeberin, was man unter außersinnlichen Wahrnehmungen versteht, und dass sich solche Vorkommnisse öfter, als man annimmt, ereignen. Die Menschen, die sie erleben, sprechen nur nicht darüber, da sie befürchten, verlacht oder geistig als nicht zurechnungsfähig eingestuft zu werden. Doch unsere Zeit ist offen geworden für außer- und übersinnliche Phänomene, und so wird dieses Buch sicher nicht nur von sensiblen, wahrnehmungsfähigen Menschen gelesen werden, sondern Anerkennung in einem weit größeren Leserkreis finden.

Zehn Autorinnen schreiben ihre Erfahrungen und Erlebnisse nieder, seien es solche über die Anderswelt, die sich offenbarte, über Engelerscheinungen, über Tiere, die den Tod fühlen, ehe er eintritt, über Träume, die Zukünftiges vorausahnen, über Gespräche mit Verstorbenen usw. Zwischen Himmel und Erde geschieht sehr viel, das wir mit unserer Intelligenz, unserem Wissen noch nicht recht begreifen können. Aber immer mehr Menschen lernen, es zu fühlen und darüber nachzudenken.

Zwischen den einzelnen Geschichten gibt es kleine lyrische Gedanken, Gedichte, die sich mit diesen Erfahrungen beschäftigen, entweder von den Autoren selbst oder von Giela Schäfer, der Herausgeberin geschrieben. Man liest sie gerne und erfreut sich daran, wie auch die Erzählungen. Das Buch bringt „Nahrung für die Seele“, ist sehr interessant geschrieben - und erfreut den Leser. Eigentlich wünscht man sich bald eine weitere Fortsetzung dazu.

Ingrid Streicher

 

 

 

Sonntag, 12. Januar 2014

"Tautropfen und Morgenkuss"

Gedichte von Gisela Schäfer
Engelsdorfer Verlag 2007
ISBN 978-3-86703-266-7
99 Seiten, € 8,60

Im Vorwort, welches bemerkenswerter Weise als Gedicht abgefasst ist, schreibt die Autorin:

...Wenn du dies Buch liest, so wünsche ich mir:
Mögen erklingen die Saiten in dir,
mög´ es dir gut tun, mit Freude dich füllen
und deine Seele mit Wärme umhüllen...

Genau so ist es mir ergangen. Immer, wenn ich morgens - meist vor dem Frühstück - diesen Gedichtband in die Hand nahm, freute ich mich schon auf den so aussagekräftigen Inhalt. Auf 96 Seiten erlebte ich ein wahres, brillantes Feuerwerk der Dichtkunst Gisela Schäfers. In wortgewaltigen, bildmalerischen Szenen nimmt sie den Leser/die Leserin an der Hand und führt ihn/sie durch die Schönheit und Vielfalt der Natur. Die Autorin zeigt ihm/ihr zahlreiche Facetten des menschlichen Miteinanders wie Liebe, Hoffnung, Traurigkeit auf. Sie spricht einfühlsam über das Alter mit seinen Vor- und Nachteilen, schreibt über Tiere und Spiritualität und vergisst auch Heiteres nicht. Alle Gedichte, welche in unterschiedlichen Formen dargestellt sind, haben mich mit ihrem Tiefgang sehr berührt. Sie haben viele Spuren der Freude und des Glücksempfindens bei mir hinterlassen und ließen mich die Autorin näher kennenlernen.
Aufgelockert wird das gefällige Buch durch Digitalfotografien von Kirsten Lehner-Germann, einer gebürtigen Schweizer Grafikerin.

Ich habe diesen wunderbaren Lyrikband mit so viel Freude in mich aufgenommen, dass ich ihn nur wärmstens allen Menschen, die gerne Gedichte lesen, empfehlen kann!

12.01.2014 Birgid Krause

 


 

 

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Gestohlene Kindheit

von Gisela Schäfer

Erschienen im AAVAA – Verlag
ISBN: 978-3-8459-0458-0
Auflage 1 - 2012

„Kinderjahre in der Kriegs – und Nachkriegszeit – Autobiografische Erzählung“
So lautet der Untertitel des vorliegenden, 135-seitigen Buches von Gisela Schäfer mit französischem Einband und wie man sich wohl denken kann, erwartet den Leser keine leicht verdauliche Kost.
Es ist sowieso ein Wunder, daß diese Generation von damals nicht mehr an körperlichen, geistigen und seelischen Schäden davontrug, wenn man bedenkt, was sie alles ertragen, erleiden, erleben, erdulden und mitansehen mußte.
Im persönlichen Fall der Autorin Gisela Schäfer waren dies ein schwer prägender Einbruch in eine Kinderwelt voll regelmäßiger Ordnung und familiärer Geborgenheit. Dies bedeutete den Abschied vom bisherigen Lebensumfeld, ein Herausreißen aus der Gewohnheit, aus der Familie, aus dem häuslichen Alltag. Es folgten eine überstürzte Flucht mit dem Notwendigsten, wochenlange Fußmärsche, unbekannte Fremde, ständige Angst vor Gewalt und Vergewaltigung, quälender Hunger, beißende Kälte, mangelnde Körperpflege, dauernde Müdigkeit, Ungewissheit vor dem Kommenden, Entbehrungen von den einfachsten, selbstverständlichsten Dingen, Verluste in jeglicher Form, dies alles bestimmte den Tages – und Zeitablauf eines Kindes mitten in der besten Kindheit. Die Kinder, die Jugend von damals hatte gar keine andere Wahl, sie mußten sich ins Unvermeidliche fügen, sie mußten wohl oder übel mit dem Troß mit, ob sie wollten oder nicht. Und sie mußten ohne viel Federlesens rasch ohne viel Fragen und Antworten verstehen und begreifen lernen. Der sogenannte „Vorteil“, wenn man hier überhaupt von einem „Vorteil“ sprechen kann, dieses schrecklich Erlebten war jedoch, daß die Kinder schneller reiften, erwachsener wurden, und somit schließt sich der Kreis mit der „gestohlenen Kindheit“ im zweideutigen Sinne.
Gänzlich unvorstellbar für die heutige Zeit, diese oder ähnliche Erlebnisse würden die jungen Leute von heute entweder mit brutaler Aggression oder mit tiefster Depression schwerst traumatisieren, weil diese nur diesen falsch gutgemeinten und fehlgesteuerten Wohlstand und den dadurch resultierenden rücksichtslosen Egoismus kennen.
Schade, daß man von dieser angesprochenen Altersgruppe keine Leserschaft erwarten kann, denn dies wäre ein Buch, was nachdenklich und dankbar macht.

Rezension von Friederike Amort,
in der Rezi-beilage - FEIERABEND-Herbst-2013

 

 

 Donnerstag, 18. Juli 2013

Hilfeschrei, Und du Gott?

Gedichte aus einer Zeit der Not
von Gisela Schäfer

erschienen im Engelsdorfer – Verlag,
D-Leipzig
ISBN: 978-3-86268-974-3 / 2012

Die perfekt und tadellos gereimten Gedichte von Gisela Schäfer sprechen eine schwere und berührende Sprache, die sehr betroffen macht. Es sind Werke, die wie schon der Untertitel sagt, in einer Zeit der Not mit unvorstellbaren Sorgen und Kümmernissen eines Menschen über den Leidensweg und die Krankheit des Partners entstanden sind.
Es sind Beschreibungen, der eigenen Ohnmacht, der Ängste über die Ungewißheit der Zukunft, der Machtlosigkeit gegenüber der Ärzteschaft und deren Entscheidungen, über das Zugegensein bei Behandlungen und medizinischen Maßnahmen und über die Schmerzen und Hilflosigkeit des Kranken und davon, daß draußen der Alltag einfach weitergeht. Ein wesentlicher Teil in diesem Gedichtband sind die Gebete, die Fragen an Gott, die Gespräche mit Gott mit allen Facetten des Haderns, Hoffens und Bangens.
Lesen wir auf Seite 12:

Intensivstation

Sehr einsam liegt der Kranke in dem Raum,
er rührt sich nicht, doch hebt sich seine Brust.
Rings um den Körper läuft ein ganzer Wust
von Schläuchen. - Wär'n sie doch nur Traum!

Nach draußen fällt der Blick auf kahlen Baum.
Wie weit entfernt sind Freude, Wonne, Lust
und nahe Sorge, Angst, Bedrückung, Frust!
Auf schnelle Heilung hoffen kann ich kaum.

Der Monitor dort zeichnet Kurven bunt,
es ändert sich nicht viel in einer Stund'.
Gab es denn je ein Leben unbeschwert?

Ich möchte, all die Qual wär schon vorbei,
er könnte atmen, lachen, froh und frei.
Ach, dass sich alle Angst in Freude kehrt!

Gisela Schäfer

Rezension von Friederike Amort
in der FEIERABEND-Beilage - Sommer 2013

 

 

Samstag, 13. April 2013

Horror Segen Intensivstation

HORROR SEGEN INTENSIVSTATION
Erfahrungen einer Angehörigen
von Gisela Schäfer

erschienen im Engelsdorfer – Verlag,
D-Leipzig
ISBN:978-3-86268-809-8 / 2012

Wer als Angehöriger eines schwerstkranken Menschen das tiefe Tal eines Leides einer schweren Krankheit durchwandert ist, wird diesem vorliegenden Tatsachenbericht ohne Mühe und voller Zustimmung folgen können. Was bedeutet Intensivstation?
In dieser Station angekommen, erlebt und erleidet man seine eigenen Grenzen am schmerzvollsten, zum einen, weil man als mitfühlender Partner, oder engster Angehöriger mit ansehen muß, wie es dem geliebten Menschen in einer ausgelieferten Situation ergeht.
Gisela Schäfer erlebte diesen Leidensweg am eigenen Leib, ja man kann sagen auch an ihrer Seele. Auch als Angehöriger ist man der Willkür einer Krankenanstalt hilflos ausgeliefert. Sie absolvierte jeden Tag erst einmal eine stundenlange, anstrengende Autobahnfahrt, bevor sie selbst schon ausgezerrt von Sorge am Krankenbett ihres Gemahls ankam. Was dies für ein mentaler Kräfteaufwand ist, ist kaum vorstellbar, die Mischung von völliger Konzentration bei den Autofahrten hin und zurück, gepaart mit immenser Angst und innerer Not, was der gegenwärtige Tag wohl wieder bringen mag, ist für den Betroffenen ein äußerst substanzraubender Cocktail.
Die Autorin hat in diesem 98-seitigen Erfahrungsbericht im Softcover die Höhen und Tiefen, die Vor- und Nachteile einer Intensivstation anschaulich und nachvollziehbar beschrieben. Es geht hier vor allem um den Umgang mit den Patienten, deren Würde und Hilflosigkeit, um unvorhersehbare Komplikationen und deren Folgen.
Es geht aber auch um den Umgang mit den Angehörigen, das Vertrösten mit flauen Antworten, das ständige Warten auf eine ehrliche Auskunft, der Argwohn und das Mißtrauen, mit dem man einen verantwortungsvollen Angehörigen begegnet, der sich wirklich mit Herzblut für den Kranken einsetzt und so quasi zum Leibanwalt wird.
Gisela Schäfer und ihr Gatte haben es nach einem halben Jahr enormer Gratwanderungen von Hoffnung und Verzweiflung, von Licht und Schatten, was niemand mehr für möglich hielt, in die Rehabilitation mit großer Willenskraft, Stärke, und Gottvertrauen geschafft.

Rezension von Friederike Amort
in der Beilage Nr. 84 - im FEIERABEND Nr. 83 - 2 - 2013

 

 

5. 4. 2013

Hilfeschrei - Und du, Gott?

Als mir die Autorin Gisela Schäfer dieses Buch in die Hand gab, meinte sie, ich solle es nur auszugsweise lesen, da sich ansonsten ihre in einer schweren Zeit verfassten Gedichte zu sehr auf meine Seele legen würden. Doch es kam anders - kaum hatte ich mich in dieses Buch vertieft, war es mir nicht mehr möglich, es aus der Hand zu legen. Ich befand mich plötzlich auf einer Berg- und Talfahrt der Gefühle, die mich mitnahm auf einen Weg, der nur durch die Kraft der Liebe gegangen sein konnte. Eine Liebe, die selbst in den schlimmsten Tagen und Stunden niemals ohne Hoffnung war, und sei es auch oft nur dieser winzig kleine Funke, der sie trug.

Dieses Buch hat mir gezeigt, dass wir niemals ohne Hoffnung sein dürfen und dass wir mehr ertragen können, als uns jemals bewusst sein dürfte.

Die Kraft der Liebe lässt uns selbst in der größten Verzweiflung immer noch auf eine gewisse, mit Worten nicht erklärbare Weise stark und hoffnungsvoll sein.

In dem Gedicht TRÜBNIS fand ich meine Lieblingszeile: >Wo sind die Klänge meiner Seelengeigen< und auf der Seite 87 ein mich zutiefst berührendes Bild - zwei Frauenhände umfassen voller Zärtlichkeit eine starke Hand - die des geliebten, kranken Partners.

Ich bin mir sicher, dass er diese tiefe, aus dem Herzen kommende Zuwendung gespürt haben muss - letztlich hat ihn eben diese zurückgeholt ins Leben.

Rezension von Roswitha Bloch

 

 

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Gestohlene Kindheit

Gestohlene Kindheit, diesen Titel zu lesen, macht betroffen und nachdenklich.
Was verbirgt sich dahinter? Wenn man dann zu lesen beginnt, hinterfragt man zunächst diese Überschrift. Da liest man von einem sprudelnd lebendigen Kind, ja einem richtigen Wildfang. Nicht selten schmunzelt man über die herzigen Kleinkindhandlungen. Was ist da gestohlen, stellt man sich die Frage.
Aber schon bald versteht man.
Kurz nach ihrer Einschulung, nahm das neue unbekannte Wort „Krieg“ in dem kleinen, hellen Köpfchen der Autorin Bedeutung an. Eine erste Evakuierung, trennte das Kind von ihren Eltern und das sogar über ein Vierteljahr lang. Eine ungeheure Zeit für so ein kleines Mädchen, die sicher nicht ohne Spuren blieb.
Nicht lange, nachdem das Kind wieder daheim war, folgte eine zweite, über Jahre dauernde Evakuierung. Obwohl es zu jener Zeit noch nicht sehr viel Komfort gab, den man auch nicht vermisste, weil es niemand anders kannte, begannen jetzt aber schon einschneidende Entbehrungen. War zu Beginn noch die Mutter der Autorin ebenfalls am gleichen Ort, so musste das Kind schließlich doch nur mit Großmutter und dem jüngeren Cousin hier zurückbleiben.
Fern der Familie empfing das Mädchen hier in einfachen Verhältnissen die erste heilige Kommunion, von der kein einziges Erinnerungsstück ihr geblieben ist.
Doch die schlimmste Zeit, begann für das Kind und ihren Vetter, aber ganz sicher auch für die schon über siebzig jährige Oma, als der Krieg beendet war. Von den Russen ausgewiesen, traten sie zu Fuß die Flucht in Richtung Heimat an.
Hunger, Erschöpfung, mangelnde Hygiene, verlangten über ein knappes Jahr ein unmenschliches Tribut.
Gestohlene Kindheit, ein Verlust der nicht zu ersetzen ist. Krieg ist nicht nur Soldatensache. Wer denkt an die vielen Zivilisten und was sie durchmachen müssen. Dies ist ein Buch welches dem Leser die Augen öffnet.

Rita Keller

 

2012

Gestohlene Kindheit

 

Die Autorin war vier Jahre alt, als der 2. Weltkrieg ausbrach. Im Alter von acht Jahren wurde sie ins Sudetenland evakuiert, die schlimmsten Kriegswirren in ihrer westfälischen Heimat bekam sie also nicht mit. Wie alle Reichsdeutschen wurde auch Gisela Schäfer bei Kriegsende ausgewiesen und vertrieben. Der folgende, lange Fußtreck war geprägt von schlimmen Zuständen. So erzählt die Autorin von der Angst vor den Russen, von Diebstähle, Krankheiten und vor allem von Hunger. Zurück in ihrer Heimat war aber in den ersten Jahren nach dem Krieg die Hungerzeit längst noch nicht vorbei. Erst nach der Währungsreform, als die Autorin dreizehn Jahre alt war, ging es Berg auf. Und so ergibt sich die Frage: Wo ist meine unbeschwerte Kindheit geblieben?

Trotz der vielen leidvollen Erlebnisse habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Denn es enthält auch eine Prise Humor, wenn die Autorin aus der damaligen, kindlichen Sicht erzählt. Das Buch wirkt aber auch nach. Es macht nachdenklich, gerade, wenn man wie ich den Krieg nur aus Geschichtsbüchern und Erzählungen derer kennt, die ihn erlebt haben. Die Autorin legt hier einen Zeitzeugenroman vor, der hoffentlich vielfach gelesen wird und hilft, das Geschehene nie zu vergessen.

 

Andreas Kriminalinski

 

 

4. 6. 2012

Gisela Schäfer: Horror Segen Intensivstation

Erfahrungen einer Angehörigen
ISBN 978-3-86268-809-8
Leipzig 2012
98 S., Engelsdorfer Verlag

In diesem Buch schildert die Autorin den schweren Leidensweg Ihres Mannes, der nach einer Herzoperation lange Monate auf der Intensivstation verbringen musste. Zutiefst beeindruckend und aufwühlend für den Leser erzählt sie von ihren Ängsten und Hoffnungen, von ihren Wahrnehmungen und Gefühlen, und versucht bei der Schilderung der gegebenen Umstände allem und jedem gegenüber objektiv zu sein.

Man wird als Leser dieser Lektüre einfach mitgerissen, und es fällt einem schwer, das Buch aus der Hand zu legen ohne es zu Ende gelesen zu haben. Unwillkürlich überlegt man sich, dass so ein hartes Schicksal ja jeden Menschen jederzeit treffen kann. Dieses Buch mag für alle eine Hilfe sein, die solch einen Weg beschreiten müssen!

Es ist nicht zuletzt dem unermüdlichen Einsatz und der Liebe der Autorin zu verdanken, dass der Patient heute wieder zuhause sein kann!

Ein unbedingt empfehlens- und lesenswertes Buch!

Birgid Krause

 

24. 5. 2012   

Gisela Schäfer: Horror Segen Intensivstation

Erfahrungen einer Angehörigen
Engelsdorfer Verlag
Leipzig 2012
brosch., 98 S., € 8,40

Die Autorin Gisela Schäfer erzählt in diesem Buch von den langen Monaten, die ihr Mann nach einer Herzoperation auf der Intensivstation verbringen mußte, von den Hoffnungen, Rückschlägen, den menschlichen und unmenschlichen Vorkommnissen. Sie versucht, in der Schilderung der Krankheit, der Behandlungen, der Ärzte und Pfleger, der Katastrophen usw. objektiv zu bleiben, niemanden zu beschuldigen und auch die positiven Tage dieser Horrorzeit zu beschreiben.

Als Leser wird man ganz einfach gefesselt von dieser ehrlichen Lektüre. Schon nach ein paar Seiten gelang es mir nicht mehr, das Buch aus der Hand zu legen und ich mußte weiter lesen bis zum Ende. Was Gisela Schäfer hier schildert, kann das Schicksal jedes Menschen sein, niemand ist davor gefeit, selbst in der Intensivstation zu landen oder – was mir unter den beschriebenen Umständen fast noch schrecklicher erscheint – einen geliebten Menschen dort liegen zu haben.

So wird dieses Buch beinahe zum Ratgeber für solche Menschen, ja eigentlich für alle. Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich dieses Buch als Pflichtleküre für Ärzte und Pflegepersonal einsetzen, vor allem aber auch für Politiker, die über Wohl und Wehe unserer Krankenanstalten entscheiden, die die Finanzmittel zur Verfügung stellen (oder nicht) und darüber diskutieren, welchen Stellenwert die Gesundheitspolitik in unserer Zeit haben soll.

Der Patient, der den Horror und den Segen der Intensivstation durchlaufen mußte, ist heute wieder zu Hause. Allerdings wäre dies ohne den Einsatz und die Liebe seiner nimmermüden Gattin (der Autorin) niemals möglich geworden.

Ein Buch, das in die Tiefe geht, das den Leser menschlich anspricht und das in seiner klaren Sprache viele Mängel aufdeckt, ohne zu verurteilen. Wertvolle Lektüre!

Ingrid Streicher

 

 

Samstag, 19. Mai 2012

Horror Segen Intensivstation

Dieses Buch ist wahrlich nicht leicht zu beschreiben
und dennoch, wenn man es gelesen hat, weiß man, dieses Buch musste geschrieben werden.
Ein Buch das uns alle wachrütteln muss. Was hat die Autorin im Rentenalter alles körperlich und auch seelisch ertragen müssen, weitaus mehr als manch ein junger Mensch heute verkraften könnte. Nur die Verbundenheit und die Liebe haben möglich gemacht dass Frau Schäfer durchgehalten hat. Ja, ich rede hier in erste Linie von der Angehörigen, denn sie hat das Leid ihres schwerstkranken Mannes gesehen, erlebt und gefühlt. Sie hat das Leid ihres hilflosen Mannes in ihrer Seele ertragen müssen, welches weit über menschliche Kräfte hinaus geht. Sie saß auf des Messers Schneide und sah ihren Mann einmal im Diesseits und einmal ins Jenseits gehen.
Ihr schwer kranker Mann, der ausgelöst durch einen Herzinfarkt, von einer Operation in die nächste Operation rutschte und von einer Sepsis in die nächste geriet. Dreimal hinter einander eine Sepsis, überleben höchstens 1 Prozent, wurde ihr gesagt. Welche Angst war in dieser Frau, unzählbar die Tränen dieser Frau, aber ihr Mann zählte zum Glück zu den 1 Prozent. Was er erlitt, kann man nicht benennen, er mag vieles mitbekommen haben an Schmerzen und Qual aber es war auch wieder vergessen und das ist gut so.
In der ersten Zeit der fünf immer kurz aufeinander folgenden Operationen war Herr Schäfer Gott sei‘s gedankt überwiegend im Tiefschlaf. Ein Krankenhaus lehnt eine Operation für ihn ab, weil er in zu schlechtem Zustand ist, das ist für mich nicht nachvollziehbar. Hier wurde meiner Meinung nach eine Hilfe verweigert. Wenn der Kranke nicht transportfähig war, hätte man nicht in dem Krankenhaus die Bedingungen für eine solch notwendige OP herrichten können? Meine Gedanken dazu sind laienhaft, ich weiß das sehr gut. Aber man hat ja auch schon gehört, dass spezialisierte Ärzte sehr weit zu anderen Kliniken gefahren sind, um eine dringend notwendige Maßnahme zu treffen.
Aber grundsätzlich denke ich, hier ist alles auf einen Mangel an geschulten Ärzten zurück zu führen. Unsere Gesundheitsreform sollte mal aufhorchen, denn wenn mehr Ärzte sich die Arbeit teilen, desto mehr Zeit haben sie für Patienten und auch für die Angehörigen die unter Schock und Angst stehen und ein Recht auf Beantwortung ihrer Fragen haben.
Schlussendlich kommt man aber zu der Erkenntnis,
Hier war Gott an der Seite des Ehepaares.
Der Kranke ist nach weit über einem Jahr noch einmal zurück in sein Haus gekommen, was jeder anfänglichen Erwartung entgegenlief und die unermüdliche Ehefrau, obwohl auch heute noch nicht von Mühen und Arbeit verschont, hat ihren größten Wunsch erfüllt bekommen.
Wer dieses Buch gelesen hat, muss erkennen, wir haben zu wenig medizinisches Personal, da muss etwas geschehen.
Wer gläubig ist, versteht dass hier die Liebe eine große Rolle gespielt hat, die Liebe hat der weit über siebzig jährigen Rentnerin die nötige Kraft gegeben das alles durchzuhalten, und die Liebe des Kranken war wohl auch aus tiefer Seele gesteuert und hat sich gegen den letzten Abschied noch mit aller Kraft gewehrt.
Horror Segen Intensivstation ist ein Buch dass uns mitfühlend in den Bann zieht. Ein Buch das bewegt und das einfach gelesen werden muss.

Rita Keller

 

 

Freitag, 17. Juni 2011

Erzähl mal, Oma!

Kurzgeschichten von Gisela Schäfer
ISBN 9783867039024
116 S. , Engelsdorfer Verlag

Als Zwiegespräch zwischen Oma und Enkelkindern stellt die Autorin ihre sehr interessante Sammlung von Kurzgeschichten dar, deren Inhalte von der Kindheit und Jugendzeit der Erzählerin handeln.
Da hören wir von langen Fußmärschen und Hungergefühlen während des Krieges, von der Verschickung der Kinder in ruhigere Gebiete, wir lesen von der aktuellen Mode der Jugendlichen in der Nachkriegszeit und erfahren, dass es in der Schule die sog. Schulspeisung gab. Die Oma erzählt vom Licht-und Luftbad, von der Erstkommunion, von der Angst vor dem Krampus und vom Schwimmen im Rhein, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Enkelkinder lernen dabei, wie sehr sich seit der Kindheit und Jugend der Oma alles verändert hat.
Mit großer Spannung habe ich dieses Buch von Anfang bis Ende gelesen und kann es nur weiter empfehlen!

Birgid Krause

 

 

Dienstag, 26. Oktober 2010

Wuff, miau und andere Töne

Tiergeschichten von
Gisela Schäfer

Erschienen bei BoD GmbH,
D-Norderstedt
ISBN-13: 978-3-8391-2368-3 / 2009
mit vielen Fotografien der Autorin selbst, Preis: 14,90 Euro

Ein Buch für alle Tierfreunde und solche erst recht, die dazu bekehrt werden sollten oder müssten. Dies wäre mir als Rezensentin und Tierliebhaberin ein weitaus größeres Anliegen. Das 100 Seiten starke Broschurbuch ist ab 9 Jahren absolut kindertauglich und pädagogisch äußerst empfehlenswert. Die Autorin selbst zu Anfang etwas zurückhaltend zu allem, was da in der Gegend herum keucht und fleucht, jedoch von ihrer hartnäckigen, tierliebenden Familie, für die ich sie alle einzelnen umarmen möchte, gottlob eines Besseren belehrt. Die ganze Schar, von der hier erzählt wird, reicht für einen kleinen bunten Privatzoo. Der bezaubernde Tierreigen beginnt mit einem fremden Papagei, gefolgt von Hermann der Schildkröte, Rackerchen dem Streifenhörnchen, Tipsy, Peter und Salamander den Katzen mit ihren Jungen, Kicki dem Kanarienvogel, Nerzi dem Hasen und schließlich Timmy dem Hund.

Jeder „gute“ Tierbesitzer kennt Freude und Glück, das einem ein Tier jeden Tag bescheren kann, er weiß jedoch auch um die schmerzliche Seite der Trauer, des Abschiedsschmerzes. Gerade Kinder sind beim Verlust eines Tieres untröstlich und von all dem kann die Autorin erzählen. Bei Gisela Schäfers Buch finden Tiere Eingang, die wir im Alltag nicht einmal bemerken, wie Kühe, Schafe, Maus, Heuschrecke und Spinne, passend zum Herbst und seinen Silberfäden das Gedicht dazu:

Guter Rat

Spinne mit acht dünnen Beinen
möchte manchmal bitter weinen,
wenn die Putzfee ganz entsetzt
ihr das zarte Netz zerfetzt.

Spinne, sei doch nicht so dumm,
spinne nicht im Zimmer rum,
denn das stört gar sehr im Haus,
geh in die Natur hinaus!

Gisela Schäfer
 
FEIERABEND Herbst 2010 - beilage / Nr. 70
Friederike Amort

 

 

Tautropfen und Morgenkuss von Gisela Schaefer

Tautropfen und Morgenkuss


Mit diesem Buch nimmt man ein Stück Hoffnung in die Hand: grün-weißer Einband, auf einem Blatt glänzen Tautropfen. Und man wird nicht enttäuscht, wenn man sich in die Gedanken und Worte der Autorin vertieft.

Gisela Schäfer beherrscht ihr „Handwerkszeug“ vollkommen: die deutsche Sprache, die Kunst zu reimen, Kenntnis der Versformen, Musikalität usw. Lyrik bedeutet „liedhafte Dichtung“, und man könnte jedes Gedicht dieses Buches vertonen, singen. Die Schönheit ihrer Dichtung tut gut, vor allem heute, wo man durch Experimentieren so oft eben diese genauso wie Sinn und Gehalt vermißt.

Das Prinzip „Glaube, Liebe, Hoffnung“ zieht sich durch das ganze Buch. Obwohl die Autorin ein schweres Leben mit viel Leid und Schmerz durchzustehen hatte, findet sie immer wieder zu ihrer positiven Grundhaltung zurück. Man könnte die Lektüre ihrer Texte als Lebensberatung verstehen, wenn man möchte. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz, ihre Liebe zu den Menschen, den Tieren – und vor allem zu der Natur. Ein Buch, das erfreut, von der ersten bis zur letzten Seite. Dazu tragen auch die stimmungsvollen Schwarzweiß-Fotos von Kirsten Lehner-Germann bestens bei.

Meine Lieblingsgedichte aus diesem Buch? – Schwer zu sagen. Beim Durchblättern bleibe ich immer wieder hängen an diesem oder jenem Text, der oder einer anderen Zeile. Zartes über die Liebe. Trauriges über Krankheit und Tod. Besinnliches über das Altern. Und – über Worte (aus dem Gedicht „So – oder so!“, S. 61):
So - oder so
 
Sie können Himmel sein, Seligkeit bringen,
Liebe bedeuten, vor Freud’ lassen singen.

Sie können Hölle sein, trostlose Qual
und ohne Ausweg ein finsteres Tal.

Worte!

Sie können Streicheln sein, zarte Berührung,
liebendes Lächeln und hilfreiche Führung.

Sie können Schläge sein, grausam und kalt,
ganz tief verletzen, dass schneidend es schallt.

Worte!

O, lass sie Himmel sein, Streicheln und Fächeln,
Zuwendung, liebend wie zärtliches Lächeln.

Lasse sie fließen aus freundlichem Herzen,
dann sind sie heilsam und lindern die Schmerzen.

Worte.
Das Buch „Tautropfen und Morgenkuss“ von Gisela Schäfer ist 2007 erschienen im Engelsdorfer Verlag; es ist broschürt und hat 99 Seiten. Preis: 8,60 Euro. (ISBN 978-3-86703-266-7)

Rezension von Ingrid Streicher

 

23. 11. 2009

„TAUTROPFEN & MORGENKUSS“ von Gisela Schaefer

Gedichte von
Gisela Schäfer

Erschienen im Engelsdorfer – Verlag
D-Leipzig www.engelsdorfer-verlag.de
ISBN: 3-86703-266-1 / 2007 / Preis: 8,60 €
Mit grafischen Illustrationen von Kirsten Lehner-Germann

Die Autorin Gisela Schäfer ist eine perfekte Reimkünstlerin! Der vorliegende 99-seitige Broschurband in erfrischendem Grün beinhaltet 10 Kapitel von „Durch den Tag“, „Natur“, „Liebe“, „Traurigkeit“, „Hoffnung“, „Alter“, „Miteinander“, „Tiere“, „Heiteres“ bis zu „Spiritualität“.
Was an Gisela Schäfer bemerkenswert ist, ist ihr herrlich spitzbübischer Humor, mit dem sie sich auch selbst ironisch betrachten und beschreiben kann, dies gelingt nicht jedem so wie ihr! Man könnte durchaus mehr von dieser heiteren, sonnigen Kost vertragen wie etwa die Gedichte über die „Kosenamen“ oder „Streiterei im Garten“ im Kapitel für Heiterkeit! Natürlich kommt auch der Ernst des Lebens mit seinen Erfahrungen und Weisheiten nicht zu kurz und immer ist eine besondere Botschaft, die uns die Autorin mit auf den Weg geben möchte. Lesen wir aus Reihe der spirituellen Gedichte jenes von Seite 87:

Gedanken wie der Wind

Es sind wie der Wind die Gedanken,
sie zieh’n in die Welt weit hinaus,
es halten nicht Zaun sie noch Schranken,
sie dringen durch Mauer und Haus.

Und mag eine Fessel mich binden,
ein Schloß mir verschließen den Mund,
Gedanken, die können doch finden
all - alles im erdenen Rund.

Ja mehr noch, gar weiter sie dringen
bis hin in die Welten des Lichts.
Dort fangen sie leis’ an zu singen,
und Sorgen verschrumpfen zu NICHTS.

Gisela Schäfer

Rezension von Friederike Amort

 

 23. 11. 2009

„Anruf genügt“ von Gisela Schaefer

Alltagsbitten für mich selbst
Gebetsgeschichten von
Gisela Schäfer

Erschienen im Eigenverlag
in Spiralbindung
Titelbild in Handarbeit
Ohne ISBN – Angabe / 1999

Ein sehr ansprechendes Titelbild, welches von der Tochter der Autorin, Anke, in feiner Stickerei angefertigt wurde, ziert das Buch von Gisela Schäfer, dem Motto des Buches gerecht, eine signalrote Telefonzelle, wie man sie vom Englischen her kennt.
Und eines gleich vorweg, die Dormagener Schriftstellerin scheint einen besonders guten „Draht nach oben“ zu haben. In ihren Geschichten erzählt sie durchaus Alltägliches und Außergewöhnliches, jedoch ohne besonders übertriebene Ausschweifungen, nein sie bleibt beim Kern der Sache. Und der Kern der Sache ist, wie man durch intensive Meditationsgedanken, mögen diese nun verzweifelte Stoß-Gebete, einfache kurzgehaltene Bitten, innig ausgesprochene Anliegen sein, eine oft nicht erklärbare Lösung in verfahrene Situationen bringt. Handelt es sich um scheinbar verloren gegangene Dinge wie Geldbörse und Ausweis, das bevorstehende schwierige Abitur, eine problematische Studentenwohnungssuche, Erlebnisse mit den betagten Eltern, sogar verzwickte Ereignisse bei einer Amerikareise fanden eine erwähnenswerte Lösung, unvorhersehbare Notlagen in den Tiroler Bergen lösten sich in Wohlgefallen auf, vertrackte Pannen in England renkten sich wieder ein.
Das Buch ist in drei Teilen abgefasst, ein ausführliches Vorwort mit einer Glaubensphilosophie, im zweiten Teil lesen wir die eben vorhin erwähnten Ereignisse und im dritten Teil befasst sich Gisela Schäfer mit einer Erklärung der Lösungen und einer Art Gebrauchsanweisung, wenn es so etwas überhaupt geben kann!
Als Rezensentin habe ich einmal mehr dabei die Erkenntnis gewonnen, von der ich ohnehin schon davor überzeugt war, man kann und soll ruhig die Sorgen und Kümmernisse mit Gott – und Urvertrauen in einer höheren Dimension abgeben, eine Lösung wird sich wundersamerweise einstellen. Danke der Autorin für die offenen Schilderungen, die absolut lesens – und empfehlenswert sind!

Friederike Amort / FEIERABEND - Rez.-Beilage, Nr. 63

 

Montag, 23. November 2009

„Erzähl mal, Oma!“ Kurzgeschichten von Gisela Schäfer,

erschienen im Engelsdorfer Verlag,
Leipzig 2008,
brosch., 116 S., € 9,10

Mit einem Lächeln nimmt man dieses Buch zur Hand und freut sich auf die Geschichten, die eine Oma ihren Enkelkindern erzählt. Bald wird aus diesem Lächeln spürbares Interesse, wenn man sich darin vertieft. Es ist ein Stück Zeitgeschichte, das uns die Autorin hier in verschiedenen Gesprächen vermittelt, in fröhliche Episoden eingebaut ernsthafte Wahrheiten. Die älteren Leser unter uns haben diese Zeit wohl noch persönlich miterlebt; für jüngere mag es eine Aufforderung sein, sich damit zu beschäftigen und manche Selbstverständlichkeit von heute, manchen Luxus neu zu überdenken. Niemals mit erhobenem Zeigefinger, aber lächelnd und liebevoll erzählt die Großmutter von Hunger und Krieg, von Kinderverschickung, vom Schulwesen früher, den Strafen, von Festen und noch vielem mehr, und immer werden diese Begebenheiten verglichen mit solchen, die in der Gegenwart den Enkelkindern zustießen. Besonders berühren auch die beigefügten Briefausschnitte der damals achtjährigen Autorin an ihre Eltern, die sie aus dem Sudentenland, wohin sie als Kind verschickt wurde, um den gefährlichen Bombardierungen zu Hause zu entgehen, in oft großer Sorge um diese schrieb: „Papi liegt im Krankhaus? Was fehlt ihm? ... Das mußte grad noch dazwischen kommen bei den Flieger- und Terrorangriffen ... ich will hoffen, daß euch nichts geschieht. Der böse, böse Krieg, wenn der nur schon aus wär. Richtig Frieden hab ich ja nicht miterlebt ...“

Ein Buch, das man gar nicht mehr weglegen will, ein Buch, das jung und alt wertvolles Wissen in leicht faßbarer Form vermittelt und doch nie auf den Humor vergißt. „Viel Gewinn beim Lesen“ wünscht Gisela Schäfer sehr zutreffend in ihrem Vorwort – ja, man hat ihn!

Ingrid Streicher

 

 

23. November 2009

„Wunder-volle Erfahrungen“ von Gisela Schaefer

„Wunder-volle Erfahrungen“
Gisela Schäfer
und Mitautorinnen

Erschienen im Engelsdorfer Verlag
D-Leipzig
ISBN:978- 3-86703-664-0 / 2008
Preis: 9,90 Euro

Gisela Schäfer wagte sich mit der Herausgabe des vorliegenden Buches auf ein sehr heikles Terrain. Das Experiment ist jedoch bestens gelungen und man kann ihr dazu nur Anerkennung aussprechen. Ein Thema, das in der Regel nur große namhafte Verlage für sich beanspruchen, war für die Initiatorin der Anthologie eine echte Herausforderung.
Sie scharte ihre befreundeten Dichterinnen aus verschiedenen Interessensgebieten um sich und siehe da, es konnte jede dazu etwas beitragen, die eine mehr, die andere weniger, jedoch der Inhalt der Beiträge ist höchst bemerkenswert.
Daß es „Dinge“ zwischen Himmel und Erde gibt, die sich nicht mit dem Verstand erklären, nicht angreifen lassen, wissen oder wussten wir ja schon immer, entweder aus Erzählungen oder Überlieferungen. Die Mitwirkenden können jedoch großteils von eigenen seltsamen Erfahrungen und beeindruckenden Erlebnissen berichten. Heute muß alles begreiflich, verständlich und beweisbar sein, um Glaubwürdigkeit zu erlangen. Dieser Sammelband beweist jedoch, dass es sehr wohl sensible, empfindsame Menschen mit entsprechenden übersinnlichen Kenntnissen gibt und aufgrund der behutsamen seriösen Schilderungen in diesem Buch ohne jedes Sensationspathos besteht hohe Gediegenheit mit „Echtheitszertifikat“! Jeder Mensch verfügt über diese besonderen Antennen, aber nicht jeder kann sie richtig nützen, entweder aus Angst oder es fehlt an Wahrnehmungsunfähigkeit und nicht jeder kann eine Botschaft an dem Erlebten erkennen und deuten.
Wir lesen mit Staunen von plötzlichen Erscheinungen, die in Räumen wahrgenommen wurden, oder draußen unterwegs auf den rechten Weg wiesen. Wir lesen mit Gänsehaut von Menschen, die auf der Schwelle zum Licht standen und die sich in irgendeiner Weise von den Zurückgebliebenen verabschiedeten. Wir lesen mit Ehrfurcht von Engeln in menschlicher Gestalt oder nicht greifbaren Wesenheiten. Dies sind aber nur wenige Beispiele aus der Fülle von Begegnungen auf insgesamt 116 Seiten in Broschur, die man als Leser unbedingt auf sich nachhaltig wirken lassen soll und gerade deshalb das Buch so empfehlenswert macht!

Friederike Amort

 

 

„ERZÄHL MAL, OMA“ von  Gisela Schäfer

Kurzgeschichten

Erschienen im Engelsdorfer – Verlag
D-Leipzig
ISBN: 978-3-86703-902-4 / 2008
Preis 9,10 Euro

Wie wertvoll die Lebensgeschichten- und -erfahrungen unserer Vorfahren sind, merken wir alle erst, wenn wir niemanden mehr fragen können. Meist interessiert man sich ja erst im reiferen Alter dafür, wie es damals bei den Großeltern wohl gewesen sein mag...? Als Jugendlicher hat man wenig Sinn und Neugierde nach einstigen Erlebnissen, die ohnehin von Bescheidenheit und Selbständigkeit, Strenge und Kargheit geprägt waren. Die Dormagener Autorin Gisela Schäfer tat gut daran, derartige Erinnerungen auf 116 Seiten und in 36 Kapitel in einem Broschurband aufzuzeichnen. Wären doch viele Enkel so aufgeschlossen und wissbegierig, ihre Oma fleißig auszufragen, wie sich das Eine oder andere zu ihrer Zeit zugetragen hat. Diese betreffende Oma wird regelmäßig nach verschiedener Thematik mit „erzähl mal Oma“ aufgefordert und die jungen Zuhörer staunen über Vergleiche von heute und gestern!
Der Bogen spannt sich zum Beispiel über den Krampus und Nikolaus, über die Erstkommunion bis zu den Schulstrafen, von den dicken Bohnen bis zum Hunger, von der feindlichen Begegnung bis zur Kleidung, von den Zukunftsplänen bis zur Hochzeit, um nur wenige Kapitel zu nennen. Sehr persönliche kindliche Wahrnehmungen, die die Autorin niedergeschrieben hat, haben sie geprägt, denn würde sie sich ansonsten noch daran erinnern?
Zudem ist das Buch mit Fotografien aus Omas nostalgischer Fotosammlung liebevoll angereichert, auch eine blitzsaubere Handschrift ist nachzulesen.
Es wäre absolut wünschenswert, wenn es viele solche Omas gäbe, die ihren Kinder, Enkelkindern und darüber hinaus solch einen Nachlass hinterlegen würden.
Möge Gisela Schäfers Buch das beste Beispiel dafür sein, daß das Aufgeschriebene einen besonderen Wert besitzt und niemals an Aktualität verliert.

Friederike Amort
veröffentlicht in der beilage "OSTERBRIEF" 2008
Edition "LEBENSZEICHEN"

 

 

"Ein Leben“ Erzählung von Gisela Schaefer

Beilage vom Osterbrief 2008

Erschienen im Eigenverlag
keine weiteren Herstellungsangaben / 2005

Die Autorin Gisela Schäfer gibt mit diesem Buch ein beeindruckendes Zeugnis einer bewegenden Familiengeschichte zum Besten. Hier kommt niemals Langweile auf, da für jedes Jahr eine Seite zur Verfügung steht, was eine hervorragende Idee der Autorin ist, da damit eine straffe, kurzweilige Erzählung gewährleistet ist.
Wir können das Leben und das Schicksal der Familie Deuster in aller Deutlichkeit allen voran von Günther, die sich wie ein roter Faden durch das gut 90 Seiten starke Buch ziehen, miterleben! Wir leiden mit Henriette, Günthers Frau, der ein Bein nach einem schweren Unfall amputiert wurde und mit ihrer gemeinsamen Tochter Gudrun, die mit ihren drei Kindern allzu früh Witwe wurde. Wir wachsen Jahr um Jahr mit der Familie zusammen und verfolgen auch das Leben der weiteren Verwandschaft mit.
Denn es wird nicht nur erzählt, wir erfahren durch Dialoge von Kusinen oder Geschwister, auch Nachbarn untereinander und durch Briefwechsel unter den Verwandten und Freunden, wie die Familiengeschichte sich weiterentwickelt und was sich alles ereignete oder rückblickend passiert ist.
Günther Deuster, der stille, bescheidene Held dieser Erzählung, ist eigentlich kein Held, sondern ein Mensch mit einem großen, gütigen Herzen. Aufgrund der großen Geschwisterschar und der Armut in der Zeit seiner Kindheit und Jugendzeit war es ihm verwehrt, eine höhere Schulbildung zu genießen, obwohl er alle Voraussetzungen dafür mitbrachte. Günther war zudem ein vielseitig begabter Mensch, der alles konnte, jedem gegenüber überaus hilfsbereit war und mit Freude jede Arbeit verrichtete. Alles, was Günther in Angriff nahm, gelang ihm auf Anhieb. Er besaß ein einnehmendes Wesen, ein gütiges Naturell und konnte sich wenigstens beruflich weiterentwickeln. So ganz nebenbei betreute er auch ganz fürsorglich seine behinderte Frau und wurde zum verläßlichen Vaterersatz für seine Enkel. Fleiß, Treue und Fürsorge für seine Familie bestimmte sein Leben. Gudrun, seine Tochter, Lehrerin von Beruf, in zweiter Ehe mit einem Gärtner verheiratet, pflegte ihren Vater bis zu seinem Ableben, der Verlust war für die Familie sehr schmerzhaft.
Daß das vorliegende Buch autobiografische Züge trägt, sei nebenbei erwähnt, wer die Autorin näher kennt, weiß darum...

Friederike Amort

 

 

Gisela Schäfer Der Beste aller Männer

Edition Heikamp 22

Crago-Verlag, Weikersheim, 1. Auflage à 100 Ex.: 8/2008

Taschenheft im Format A6, Belletristik, satirische Kurzgeschichten, 978-

3-937440-40-8, 28/280

Titelillustration von Ursula Schachschneider

Autorenfoto von N. N.

www.edition-heikamp.de

www.schäfer.heikamp.net

www.kultur-herold.de

Gisela Schäfer, Jahrgang 1935, ist Gründerin der „Autorengruppe Kleeblatt“. Seit geraumer Zeit erscheinen ihre Kurzgeschichten in den Anthologien kleiner Verlage und im Eigenverlag. Innerhalb der Edition Heikamp/Crago-Verlag ist „Der Beste aller Männer“ (Bd. 22) bereits ihre zweite Publikation nach „Peinlich, peinlich“ (Bd. 13).

Wer sich über jenes Büchlein bereits königlich amüsierte, weil die Autorin darin trefflich die unabänderlichen Kleinigkeiten des Alltags, wegen derer sich jeder trotz besseren Wissens ereifert, auf die Schippe nimmt, wird auch an ihrem neuen Werk viel Vergnügen haben.

Diesmal sind es Szenen aus dem Eheleben, die veräppelt werden. Kritik in beide Richtungen ist enthalten, denn Mann und Frau können manchmal einfach nicht über ihren Schatten springen, und wenn sie es doch tun, geht es meist schief. Momente mit Situationskomik werden mit einem Augenzwinkern wiedergegeben, so dass man nicht beleidigt ist, selbst wenn man gewissermaßen den Spiegel vor-gehalten bekommt.

Solche Geschehnisse gehören einfach dazu, und man liebt den anderen deswegen nicht weniger – und auch das bringt die Autorin zum Ausdruck: „Der Beste aller Männer“ ist eine Liebeserklärung an ihren Mann und ein Danke für viele schöne Ehejahre.

Beispielsweise erzählt Gisela Schäfer in „Mitgegangen“ von den Folgen der Flexibilität. Sie begleitet ihn zum Fußball, gibt zu, dass die Atmosphäre im Stadion überwältigend ist, sie aber auch ein wenig Angst vor den Fans hat, die mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind und randalieren könnten. Umgekehrt lässt er sich in ein Konzert mitnehmen, wo er prompt einschläft und sich auch noch beschwert, dass er dauernd geweckt wird.

Eine „Aufräumaktion“ ist hin und wieder nötig, aber wehe, man vergreift sich dabei am Allerheiligsten des anderen. Verständnis oder gar Freude über die Hilfe? Ganz sicher nicht. Am besten, man stellt den Urzustand wieder her, und das geht ganz schnell.

Essen kochen“ gehört zu den Pflichten der Frau, selbst wenn sie krank ist. Obwohl alles gerichtet ist und die Suppe nur noch erhitzt werden muss, macht er ein Drama daraus. Anschließend ist er so stolz, dass er fast platzt, weil er den Knopf am Herd betätigen konnte: Ein und Aus.

Außer diesen drei findet man neben einem einstimmenden Vorwort noch zehn weitere satirische Geschichten von ein bis zwei Seiten Länge. Sie alle schildern Begebenheiten, wie man sie selbst so oder ähnlich erlebt hat. Man kann sich identifizieren und darüber schmunzeln, dass alle in etwa die gleichen Erfahrungen im Laufe einer Ehe sammeln und dass die Eigenarten, die als typisch Frau oder typisch Mann gelten, nicht ganz zu Unrecht dem jeweiligen Geschlecht zugesprochen wurden.

Wer dem Alltag mit Humor begegnen kann, wird wieder einmal feststellen, dass das Leben selbst mit die besten Geschichten schreibt.

Die Erzählungen von Gisela Schäfer kann man jedem empfehlen, der ironische und doch warmherzige Kurzgeschichten aus dem wahren Leben schätzt, in denen die kleinen Macken, die Seite 15 von 50 jeder hat, aufs Korn genommen werden. Bd. 13 und nun auch Bd. 22 zählen zu den Highlights der Edition Heikamp. (IS)

Rattus Libri 55, Mitte November 2008

Irene Salzmann

 

 

 

Gisela Schäfer Peinlich, peinlich

Crago-Verlag, Weikersheim, 2006

Edition Heikamp 13, 3-937440-30-5, 20/200

Titelillustration von Ursula Schachschneider

Format: A6, 1. Auflage: 100 Ex., Glosse

Crago-Verlag, Michael Schneider-Braune, Weikersheim,

Der 13. Band der Edition Heikamp präsentiert acht ausgewählte Glossen der Autorin Gisela Schäfer. Seite 19 von 41: „Wie Frauenillustrierte und Frust zusammenhängen“: Jeder kennt sie, und jeder fühlt sich genervt von ihnen – von den typischen Herzschmerzblättern, die im Wartezimmer des Arztes, beim Friseur und ähnlichen Einrichtungen herumliegen und die einem in bester Absicht gereicht werden, auch wenn man sie gar nicht lesen mag. Widerwillig blättert man dann doch in ihnen und findet die ewig gleichen Themen, die Frauen angeblich beschäftigen (sollen) wie die perfekte Figur und Frisur und das Lasterleben der Fürsten und Stars. Was viele Leserinnen wirklich darüber denken, bringt die Autorin mit viel Witz auf den Punkt. Tatsächlich sind es doch Männer, die in den Redaktionen über die Themen in diesen Zeitschriften entscheiden und das Denken der Frauen auf bestimmte Dinge fixieren wollen - damit sie nicht bisherige Männerdomänen für sich entdecken?

Sie sehen aus wie…“ Barbara Stanwyck – wurde zu meiner Mutter einmal gesagt. Das ist natürlich ein Kompliment, doch nicht alle Doppelgänger geben Anlass zur Freude, findet Gisela Schäfer. Jeder möchte ein Individuum sein, das man wegen seiner Einzigartigkeit schätzt und auf das man nicht die Erwartungen projiziert, die eine andere Person geweckt hat.

Bald bin ich Millionärin“ soll jeder glauben, der einen dieser penetranten Anrufe erhält, die das große Glück bei einem Gewinnspiel versprechen, oft gar nur noch vom Band laufen. Die Anrufer sind es längst gewöhnt, dass man sie abwimmeln möchte und werden immer aufdringlicher. Als höflicher Mensch fällt es einem schwer, sich der Belästigung zu erwehren – die anderen tun ja auch nur ihren Job. Weshalb fällt es Männern leichter als Frauen, solche Gespräche abzuwürgen?

Warum feiert man eigentlich Geburtstag?“ Für Kinder ist die Antwort klar: Sie sind ein Jahr älter, erhalten neben den Geschenken mehr Rechte und Freiheiten. Je älter man jedoch wird, umso mehr Fesseln legen einem diese Geburtstage an. Man ist verpflichtet, die Wohnung für die Gäste auf Vordermann zu bringen und alle großzügig zu bewirten. Der Ehrentag bringt in Folge jede Menge Arbeit und Stress – und die Erinnerung, dass man dem Sarg wieder ein bisschen näher gekommen ist. Also ist der Geburtstag eher ein Trauer- als ein Festtag…

Engländer sind anders als wir“: Die Autorin erzählt von ihrem Aufenthalt in England. Während die sonneverwöhnten Besucher vom Festland sich in dicke Kleiderschichten hüllen, laufen die Einheimischen, wenn es einmal nicht regnet, bereits hemdsärmelig herum. Sie sind das Klima gewöhnt – und einfach anders.

Von der Tücke des Schicksals“ bleibt man gerade beim Fensterputzen nicht verschont. Ist man klein, geht das nur mit dem umständlichen Herumrücken einer Leiter. Kommt die Sonne hervor, gibt es die berüchtigten Putzstreifen. Und ist die Arbeit getan, beginnt es zu regnen, ein Vogel lässt etwas fallen, oder kleine Kinder sind begierig, ihre klebrigen Fingerabdrücke zu hinterlassen. Wer kennt das nicht?

Peinlich, peinlich“ ist der Papagei einer vermögenden Frau, der ‚Heil Hitler’ sagen kann, als der Krieg vorbei ist. Die Zeiten ändern sich, was heute in Mode ist, kann morgen bereits out sein; jeder muss sich anpassen, um nicht peinlich zu wirken.

Schi heil!“ schildert, wie sich die angehenden Schihasen abmühen, um wenigstens den Idiotenhügel erfolgreich bewältigen zu können. In den Augen ihrer Lehrer sind sie eine nervige Bande – aber Hauptsache, die Kasse stimmt. Und für viele ist das schicke Outfit bzw. Après-Schi ohnehin wichtiger als die sportliche Ertüchtigung.

Die Autorin greift gängige Themen auf, mit denen jeder konfrontiert wird. Humorvoll lästert sie über die kleinen Dinge, über die sich so viele Leute ereifern, obwohl es das gar nicht wert ist, und übt Kritik, weil man sich trotz besseren Wissens doch immer wieder gesellschaftliche Fesseln anlegen lässt. Wer schmunzeln möchte, kommt mit „Peinlich, peinlich“ voll auf seine Kosten. (IS)

 

Rattus Libri 7, Anfang August 2006

Irene Salzmann

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