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Julileben im Garten

 

Mein Garten, Platz der Unbeweglichkeit,

zeigt jetzt im Juli anders sein Gesicht.

Er wird umschwärmt, umschwirrt in dieser Zeit,

Lebendigeres sah ich ja noch nicht.

 

Da flattern ungezählte Pfauenaugen

und setzen sich auf duft'ge Blüten nieder,

die für 'ne süße Nektarmahlzeit taugen.

Wie lockend ist der blüh'nde Sommerflieder!

 

Und in den Beeten summt und brummt es tief,

da krabbeln munter Käfer, Fliegen Bienen,

die schmackhaft' Süße lockend zu sich rief

und die nun wied'rum der Bestäubung dienen.

 

Im Sommer ist fürwahr in jedem Garten

für alle Hungrigen der Tisch gedeckt.

Da gibt es Blumen, Blüten aller Arten.

Wie schön, dass es jetzt allen köstlich schmeckt!

 

© Gisela

 

 

 

 

 

Im Liegestuhl

 

 Am blauen Himmel ziehen Wölkchen weiß,

ganz duftige wie zarte, feine Schleier.

Im Schatten ist es angenehm, nicht heiß.

Ein Vogel drüben schmelzend singt. Ein Freier?

 

Hell klingt sein Lied durch alle Gärten rings.

Sonst hört man nur das Gurren einer Taube

und ein Gepiepse aus dem Baum von links.

Es blüh'n Clematis um die Gartenlaube.

 

Kaum wahrnehmbar weht da ein leiser Wind,

die Ampel schaukelt sachte her und hin.

Wie friedvoll solche Stunden immer sind,

wenn ich in der Natur geborgen bin!

 

Gedanken kommen und Gedanken geh'n.

Erinnerung zieht Jahre mich zurück.

Sie lässt mich, Liebster, nahe bei dir steh'n

und fühlen deiner Nähe tiefes Glück.

 

© Gisela

 

 

 

 

Maimorgen

 

Ich schäl mich 'mählich aus dem Arm der Nacht.

Der helle Morgenschein blinkt durch das Fenster.

Ein wenig noch, dann bin ich voll erwacht,

und es verschwinden alle Nachtgespenster.

 

Schlaftrunken öffn' ich die Terrassentür,

schenk mir den Blick hinaus in meinen Garten.

Der Weg nach draußen ist mir Morgenkür.

Die Blumen scheinen schon auf mich zu warten.

 

Noch haben ihre Äuglein fest geschlossen

die Gänseblümchen, Sonnenröschen auch.

Die Gesternnässe, sie ist abgeflossen,

doch auf den Blättern liegt noch Regenhauch.

 

Die Blumen blühen, Frische füllt die Luft,

doch ich vermisse sehr den Maienklang.

Zu Blütenfülle und dem Fliederduft

gehören Zwitschern und der Vogelsang.

 

Es lässt ein leiser Wind die Blätter rauschen,

der Sonnenschein liegt streichelnd auf dem Haus.

Ich liebe es, dem Morgenlied zu lauschen,

geh' voll Erwartung in den Tag hinaus.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 Diesmal hat mich ein Besuch im Krefelder Zoo zu einem Gedicht animiert, genauer: zwei kleine Pinguine, die lautstark und wild miteinander stritten.

 

Zoo-Erlebnis

 

Bei den Pinguinen ist es still.

Manche schwimmen munter durch den Pool,

and're steh'n auf Steinen so ganz cool,

halt so, wie's ein jeder g'rade will.

 

Plötzlich hört man wütendes Geschrei,

aufeinander geh'n zwei Tiere los.

Flügelschlagend gibt’s 'ne Beißerei.

Klein sind sie, jedoch im Kämpfen groß!

 

Doch der Streit ist gottlob bald vorbei.

Einer dreht sich um und watschelt fort,

's heißt, dass wohl der and're Sieger sei.

Der bleibt aufgerichtet steh'n am Ort.

 

Legt den Kopf in seinen Nacken weit

und stößt aus ein stolzes Sieg-Gebrüll.

Jeder weiß, zu Ende ist der Fight,

und am Pool ist es nun wieder still.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 

Nun ist er endlich da!

 

Der kahle Strauch schmückt sich mit zartem Grün,

und Knospen öffnen sich im Sonnenschein.

Narzissen, Tulpen fangen an zu blüh'n,

es flattern her die Schmetterlinge fein.

 

Die Hummeln sind auf Nektarsuche aus

und ebenso die Fliegen und die Bienen.

Sie alle freu'n sich auf den süßen Schmaus.

Mir scheint, sie haben alle frohe Mienen.

 

Hoch aus den Bäumen zwitschert's mehr und mehr.

Das steigert sich zum Hochzeits-Jubellied.

Die Schnäbel tragen Nestbauzweige her.

Man weiß genau, was bald danach geschieht.

 

Ja, ja, im Frühling tanzen die Hormone –

Meislein sucht Meisin, und die sucht den Mann.

Ein jeder hofft, dass sich dasWerben lohne,

und bald darauf kommt auch der Nachwuchs an.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 

Schnee oder nicht

 

 Kommt der Winter, schrei'n die Kinder:

„Hoffentlich gibt's Schnee!

Schlitten fahren, Schneemann bauen,

das macht Spaß, juchhe!“

 

„Himmel“, rufen Autofahrer,

„bloß nicht Eis und Schnee!

Rutschen und im Graben landen –

schlimm für Knie und Zeh!“

 

Sportler wachsen ihre Schier,

freu'n sich auf den Schnee.

„Herrlich, durch das Weiß zu gleiten!

Dann gibt’s Jägertee.“

 

„Nein“, schreit laut der Hausbesitzer,

„bitte keinen Schnee!

Denn dann muss ich wieder schippen,

und mein Kreuz tut weh!“

 

Freude hab'n die Fotografen,

ist es weiß vom Schnee.

Wunderschön ist dann die Landschaft,

traumhaft auch der See.

 

Doch die städtischen Beamten

müssen bei dem Schnee

Schneepflug fahren, Salz verstreuen.

Freizeit ist passé!

 

Alle Stauden in dem Garten

rufen: „Komm doch, Schnee,

wärmst so wunderbar bei Kälte,

uns und auch den Klee.“

 

Die Frau Holle ist im Zweifel:

„Schick ich nun den Schnee?

Will es mir noch überlegen,

trink erst mal Kaffée.“

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

Wünsche für das neue Jahr

 

 Es bringe euch das neue Jahr

Zufriedenheit und stilles Glück,

so dass an alles, was da war,

ihr später gerne denkt zurück.

 

Es bringe euch Gesundheit auch

für euren Körper und die Seele

und auch der Freude Lächelhauch,

so dass es euch an gar nichts fehle.

 

Es bringe euch den inn'ren Frieden

und mit dem Umfeld Harmonie,

ein jeder Streit sei abgeschieden,

und Zorn und Ärger treff euch nie.

 

Es halte euch der Liebe Band,

und alles Böse sei euch fern.

Die Engel reichen euch die Hand.

Ihr seid beschützt von Gott, dem Herrn.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

Adventsgedanken

 

 Nach den dunkelen Novembertagen,

die der Menschen Stimmung drücken nieder,

mit Vergänglichkeits-Gedanken plagen,

blätterfallend singen Wehmuts-Lieder,

 

Leuchten endlich wieder strahlend Kerzen,

wenn Advent herbeigekommen ist,

und es werden wieder hell die Herzen,

da die Hoffnung ihre Fahne hisst.

 

Fensterscheiben zieren bunte Sterne,

am Adventskranz brennt das erste Licht.

Lämpchen funkeln schon aus weiter Ferne,

und man fühlt die Engel schon ganz dicht.

 

Lasst euch nicht von wilder Kaufsucht stressen,

lasst Erwartung und die Stille ein!

Woll'n vor allem eines nicht vergessen:

In ganz kurzer Zeit wird Weihnacht sein.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 

November

 

 Der goldene Oktober geht zu Ende,

Das Laub färbt sich von Gelb und Rot zu Braun.

November bringt im Wetter eine Wende.

Das trübe Grau ist nicht schön anzuschau'n.

 

Die Blätter, die so stolz am Baume hingen,

sie lösten sich und fielen taumelnd ab.

Erinnern nur ist frohes Vogelsingen.

Was frisch war, wurde hässlich, welk und schlapp.

 

Sehr still ist's auf dem Felde nun geworden,

die braune Scholle liegt da leer und bloß.

Der Wind weht statt von Westen nun von Norden,

Natur zieht sich zurück in ihren Schoß.

 

Die trübe Jahreszeit drückt aufs Gemüt.

Der Tag ist kurz und viel zu lang die Nacht.

Wenn keine Drossel singt, kein Pflänzchen blüht,

dann ist man nicht mehr froh, und keiner lacht.

 

Doch dauern sie nicht lang, die Trübsinns-Tage,

dann schenkt Advent uns wieder Kerzenlicht.

Es hebt sich langsam uns're Seelenlage,

und Lächeln zaubert sich uns ins Gesicht.

 

Ist der Advent erst da mit Hoffnungs-Kerzen,

dann ist die lichte Weihnacht nicht mehr weit,

und froher werden wieder alle Herzen

und füllen sich mit Freud' und Dankbarkeit.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 

Goldener Herbst

 

 Hurra, er hat sich eingestellt,

der Herbst mit seinem Gold!

Er malt uns eine Zauberwelt,

wie wir es stets gewollt.

 

Und schenkt die Sonne ihren Schein,

dann jubelt unser Herz.

Nein, schöner könnte es nicht sein,

es trägt uns himmelwärts.

 

Ist bald auch kalt und leer das Nest

und sind verstummt die Lieder,

die Seele hält die Schönheit fest,

bis Lenz und Lust kehrt wieder.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 An der Fischerhütte

 

Ein stiller Platz am Waldesrand,

von Fichten rings gesäumt –

hier jeder schon die Ruhe fand,

hat vor sich hingeträumt.

 

Die Fischerhütte mir im Rücken,

zum Ausruh'n Tisch und Bank.

Die Welt, sie scheint weit fortzurücken,

ich bin erfüllt von Dank.

 

Vor mir liegt ein Forellenteich,

bestrahlt vom Sonnenlicht.

Er ist an Fischen überreich,

doch angeln darf man nicht.

 

Mal sieht man nichts, mal springen sie

auf ihre eig'ne Weise

zu einer Plätschermelodie

und bilden Wasserkreise.

 

Zur Seite fließt ein Bach daher.

Hör nur, wie's rinnt und rauscht!,

zieht fort zum Fluss, zum Strom, ins Meer;

der Nam' wird nur getauscht.

 

So friedlich ist der stille Ort,

so heimelig, vertraut.

Man wünscht von hier sich nicht mehr fort.

Die Welt ist viel zu laut.

 

Man kann an diesem stillen Platz

die Seele baumeln lassen.

Natur – die ist ein großer Schatz.

Würd'n's alle doch erfassen!

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

Sommerabend

 

Unmerklich sinkt der Abend nieder,

und still wird es um Hof und Haus.

Man hört nicht mehr die Vogellieder.

Der Nachbar stellt' den Mäher aus.

 

Der Himmel zeigt sich weiß und blau,

die Sonne schickt noch Strahlen runter.

Der Wind weht sanft, die Luft ist lau.

Die Hummeln sind noch immer munter.

 

Sie brummen im Hibiskusstrauch

und tauchen in die Blüten ein,

sie saugen Nektar in den Bauch.

Ja, schön ist es im Abendschein.

 

© Gisela

 

 

 Sich wandelnde Farben

 

Wie herrlich sind die Farben der Natur!

Der Frühling zieht nach kalter Winterzeit

den Blüten an ihr allerschönstes Kleid.

Doch niemals ist es stets dasselbe nur!

 

Der Farbenwechsel – eine Seelenkur,

mal sonnengelb so wie ein Lächeln breit,

mal rosa und mal weiß – voll Sinnlichkeit.

Es füllt das Herz sich mit Entzücken pur.

 

Dazu der Amsel lockend' Liebeslied …

Ein Sehnen mir durch meine Glieder zieht,

in Trauer-Moll und manchmal auch in Dur.

 

Sie war so schön, die erste Liebeszeit.

Doch lange ist es her, so weit, so weit …

Nur eines blieb mir, der Erinn'rung Spur.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

Vorfrühlingstag

 

 Es wehet heut' ein lauer Wind,

die Sonne breitet aus die Strahlen,

ganz so, als wollte sie geschwind

goldleuchtend die Natur bemalen.

 

So freundlich scheint mir selbst das Haus,

und auch das Windrad in dem Garten,

das sieht geradezu so aus,

als könnt's den Frühling kaum erwarten.

 

Die Äste all der mächt'gen Bäume,

die bisher starr und leblos schienen,

die haben wohl schon erste Träume

von Blättern, Blüten, Duft und Bienen.

 

Ist Winter auch noch nicht vergangen

und wenn auch noch kein Vogel singt,

hat doch ein Hoffen angefangen.

Der Frühling schon von ferne winkt.

 

© Gisela Schäfer

 

 *

 

 Das folgende Gedicht, das ich vor Jahren geschrieben habe, habe ich, leicht überarbeitet, dieser Tage auf meiner Facebook-Seite "Gisela Schäfer Autorin" eingesetzt und mit einem kleinen Geldbetrag beworben. Es hatte einen unglaublichen Erfolg, der sicherlich der augenblicklichen politischen Weltlage und der Sorge der Menschen zu verdanken ist. Das war die Reaktion auf das Gedicht: in zwei Tagen 6995 Leute erreicht, 181mal "Gefällt mir" angeklickt, 65mal geteilt, 26 Kommentare.

 

Ein Leben lang

 

Ich war noch klein, als nachts die Bomben fielen,
Sirenen gellten mir das Schlaflied vor.
Der Keller war ein schlechter Platz zum Spielen,
Entwarnung klang so lieblich mir im Ohr.

Früh lernte ich: Ein Krieg bringt uns nur Schmerzen,

weil er uns Ängste nur und Not beschert,
und immer wünschte ich mir tief im Herzen
ein Kinderleben, leicht und unbeschwert.

Nun ist des Lebens größter Teil vergangen,
ich hab bewältigt manches harte Wie.

Das letzte Stück des Wegs hat angefangen,
doch was ganz stark in mir, vergess ich nie:

Die Sehnsucht nach Verständnis und nach Frieden

und Menschlichkeit als Lebensmelodie
und was noch immer nicht der Welt beschieden:
für alle Menschen Glück und Harmonie.

 © Gisela Schäfer

 

 

Nach Weihnachten

 

 Zur Weihnacht schien ganz nahe uns der Himmel,

der Menschen Herzen öffneten sich weit

und nahmen auf das Wort der neuen Zeit.

Zur Kirche strebt' der Gläubigen Gewimmel.

 

Doch nun – vorbei der Glocke zart' Gebimmel.

Zurückgekehrt ist man zu Sorg' und Leid,

der Jubel abgelöst von Zank und Streit,

das Licht verdunkelt von dem Wolkenschimmel.

 

Ist Weihnacht nur auf kurze Zeit beschränkt,

die Freude auf zwei Tage eingeengt?

Wir wollen innerlich doch nicht erkalten!

 

Ist auch der Plätzchen-Teller lange leer,

ertönt auch „Stille Nacht“ schon längst nicht mehr,

lasst uns doch Frieden in dem Herzen halten!

 

© Gisela Schäfer

 

  

 

Winter vor der Tür

 

 Ganz langsam macht sich die Natur bereit,

den langen Winterschlaf bald zu beginnen.

Die Bäume lassen los ihr Sommerkleid,

sie ziehen ihren Lebenssaft nach innen.

 

Was uns begeisterte mit Farbenpracht,

das liegt nun trocken unter allen Bäumen.

Die Zweige ragen schwarz, nicht nur bei Nacht.

Ihr Anblick lässt uns nicht mehr lächelnd träumen.

 

Der Garten fordert Arbeit nun heraus,

die Pflanzen für den Winter zu bereiten;

's sieht alles aufgeräumt, doch trostlos aus,

es passt zu den November-Traurigkeiten.

 

Die Zwitschervögel, die im Frühling sangen,

sind teils schon längst zum Süden hingeflogen,

und die geblieben, kommen ohne Bangen,

fühl'n sich zum Futterhäuschen hingezogen.

 

Allmählich werden nun die Nächte kälter,

und Papa muss am Morgen Scheiben kratzen,

's fällt ihm nicht leicht, er wird ja langsam älter.

Vom Bürgersteig schau'n ihm oft zu die Spatzen.

 

Die frühe Dunkelheit ist nicht beliebt,

es blenden auf der Straße Autolichter,

und wenn dazu noch Schnee in Flocken stiebt,

dann machen Menschen ärgerlich' Gesichter.

 

Die Kälte kommt nun stärker angekrochen,

's sind Handschuh' und die Stiefel jetzt gefragt,

damit man warm wird in den nächsten Wochen.

Der Frost oft heftig an der Stimmung nagt.

 

Das Einzige, was tröstet in den Tagen,

ist die Gewissheit: Alles geht vorbei.

Wir sollten drum nicht jammern und nicht klagen.

Auf jeden Winter folgen Lenz und Mai!

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 Goldener Oktober

 

Noch einmal strahlt die Sonne – lieblich, hold,

der Wind weht sommermild. Er streichelt leise

durchs Laub, das sich verfärbt von Grün nach Gold.

Auf einem Ast sitzt schweigsam eine Meise.

 

Der Himmel breitet sich in zartem Blau,

durchsetzt von schmalen, weißen Schleierstreifen.

Noch denk ich nicht an das Novembergrau

und träum nicht mehr vom Blühen und vom Reifen.

 

Ich nehme freudig auf, was mir geschenkt,

genieß das Heute an den schönen Tagen.

Die Freude, die sich mir ins Herz gesenkt,

sie wird mich durch den kalten Winter tragen.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 

Mitte September

 

So wild und ungestüm ist heut' der Wind,

er schüttelt wüst die Sträucher hin und her.

Verregnet hängen Blumenköpfe schwer

und Blütenblätter abgefallen sind.

 

Die Wolken zieh'n am Himmel so geschwind,

die nächste Regenfront kommt schon daher

und fegt die Straßen schnellstens menschenleer.

Vergessen sind die Tage warm und lind!

 

Der raue Herbst hat Einzug nun gehalten,

um die Natur jetzt anders zu gestalten:

kein Wachsen, Blühen mehr, auch Reifen nicht!

 

Was Frühling und der Sommer aufgebaut,

das reißt er nieder, rücksichtslos und laut.

Er lässt uns ahnen Winters Kahl-Gesicht!

 

© Gisela

 

 

Sommer und Herbst

 

 Der Sommer, der dies' Jahr so heiß gebrütet,

er zog sich vor'ge Woche ganz zurück.

Dass dafür tagelang der Herbst gewütet,

empfand der Mensch nun keineswegs als Glück.

 

Wir haben über Hitze sehr gejammert,

die 35 Grad, die war'n zu viel.

Da haben wir ans Kühle uns geklammert

und wünschten uns hinweg das Schweißtreib-Spiel.

 

Doch nun, da 's ungemütlich kalt gworden,

da geht die Klagerei genauso los.

Dass Wind anstatt von Westen kommt von Norden,

versetzt dem Wohlbefinden manchen Stoß.

 

Ach, Sommer, du sollst bitte länger bleiben,

schenk uns noch Sonne und lass Blumen blüh'n!

Doch sollst mit Hitze es nicht übertreiben,

und Regen nachts erhalt das frische Grün!

 

Ganz langsam mag der Herbst dann näherrücken.

Nehmt diesen Wechsel ganz gemäßigt vor!

Die letzten Blumen will ich gerne pflücken,

eh' Stürme wild uns heulen in das Ohr.

 

Wenn bunt am Baum sich färben alle Blätter,

und wenn das Laub wie pures Gold erglüht,

wenn Herbst sich freundlich zeigt mit warmem Wetter,

vergisst man, dass die Blumen abgeblüht.

 

Lasst jeden Tag uns jetzt bewusst genießen,

ob Sonne, Regen, Wolken oder Wind,

ob Wachsen, Blühen, Reifen, Ruhen, Sprießen,

ein jedes seinen Platz im Jahre find't.

 

© Gisela Schäfer

 

 

Hochsommer

 

Der Höhepunkt des Jahr's ist überschritten,

und die Getreidefelder sind schon leer.

Es reifen langsam Äpfel, Birnen, Quitten,

doch Vogellieder hört man längst nicht mehr.

Viel' Blumen sind schon welk und abgeschnitten,

und sommerfroh zu sein, das fällt oft schwer.

 

Es wird nun kürzer wieder jeder Tag,

An Winterfrost man noch nicht denken mag!

 

 

Im Frühjahr liebt man's Tanzen und das Springen,

die Blumen wecken Lebensfreud' und Lust.

Doch lässt allmählich nach das frohe Singen,

legt sich der Lebenstrott schwer auf die Brust.

Es scheint Geräusch nun, was zuvor ein Klingen,

und das bereitet Unmut und auch Frust.

 

Doch noch ist Sommer. Lasst den Kopf nicht hängen.

Nichts Negatives soll euch jetzt bedrängen!

 

 

Es kann das Jahr nicht immer aufwärts streben,

auch das Hinunter passt zur Lebenszeit.

Und alles, was geschieht, kann euch 'was geben.

So nehmt es an, das Glück wie auch das Leid.

Das Auf und Ab gehört zu unserm Leben,

seid alles aufzunehmen stets bereit.

 

Was nicht erfreulich, wisst, es geht vorbei.

Nach jedem Winter folgt ein neuer Mai.

 

© Gisela Schäfer

 

 

Sommerzeit

 

Der Himmel blaut, die Lerche singt,

ihr Tirili aus Höhen klingt.

Der Weizen auf dem Felde reift,

der Wind nach meinen Haaren greift.

Der Blick geht weit –

's ist Sommerzeit.

 

Die Rübenblätter liegen matt,

sie hätten gerne Wasser satt.

Doch lange regnet' es nicht mehr.

Die Ährenköpfe hängen schwer.

Weh, Trockenheit

in Sommerzeit!

 

Wir hätten meist gern Strahle-Sonne,

doch fehlt der Regen in der Tonne,

dann gibt’s kein Wachsen und Gedeih'n,

und schlecht wird das Ergebnis sein.

Es brächte Leid

zur Erntezeit.

 

Wir bringen uns'e Wünsche dar:

Oh, Vater, segne dieses Jahr,

dass jedem hier auf uns'rer Erde

Gesundheit, Fried' und Nahrung werde –

und Menschlichkeit

zu jeder Zeit!

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

Mai

 

 Man nennt dich, Bruder Mai, den Wonnemond

und ordnet Lust dir und die Liebe zu.

Dein ist die Zeit, in der die Freude wohnt,

wo Traurigkeit und Trübsinn geh'n zur Ruh'.

 

Voll bist du, Bruder Mai, von Vogelsang,

von Blüten und von süßem Fliederduft,

die ganze Welt scheint voller Jubelklang,

man atmet Fröhlichkeit ein mit der Luft.

 

Die Fülle bist du, Bruder Mai, und Kraft,

du bläst hinweg die Schwachheit und den Schmerz.

Es steht rings die Natur in vollem Saft,

und alles wächst und reckt sich himmelwärts.

 

Bist mit der Sonne, Bruder Mai, im Bund;

sie schenkt das Licht und macht die Erde warm,

küsst Mensch und Pflanze froh mit Strahlenmund,

streckt täglich weiter aus den Liebes-Arm.

 

Und bleibt mal, Bruder Mai, die Sonne fort,

ist kalt die Luft und alles regennass,

woll'n wir nicht klagen; denn es gilt das Wort:

„Ein Regen-Mai füllt Bauern Scheun' und Fass!“

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 

16. 4. 2015

 

Früh am Morgen

 

Es flötet und zwitschert um 5 in der Früh'.

Wie schön, wenn man zeitig erwacht!

Man hört ihn – so klangvoll und ganz ohne Müh',

den Frühling voll stimmlicher Pracht!

 

Noch leuchtet am Himmel die Mondsichel zart,

noch fehlt jeder morgendlich' Schein,

doch gleich wird die Helle beginnen die Fahrt.

Ein sonniger Tag soll es sein!

 

Ich will mit Spazierengeh'n froh ihn genießen.

Der Frühling, er lockt mich hinaus:

Es blühen die Bäume, dieBlumen, sie sprießen -

wie wunderbar sieht es jetzt aus!

 

Oh Vater, wie ist sie so schön, die Natur,

wie hast du sie herrlich gemacht!

In allem entdecke ich, Gott, Deine Spur.

Dir sei unser Dank dargebracht!

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 

 21. 3. 2015

 

Bald

 

Noch sind die Märzenwinde rau und kalt,

noch hat die Sonne nicht die rechte Kraft,

noch liegt der Farn erfroren in dem Wald,

noch fehlt den Bäumen frischer Lebenssaft.

 

Doch ist schon fühlbar Frühlings Wandlungswille,

und in der Erde rührt sich's, unsichtbar,

von Lust am Werden spricht die Hoffnungs-Stille.

Was Frühling will, das ist schon deutlich klar:

 

Er will das Land bezieh'n mit frischem Grün,

er will die Blätter wieder sprießen lassen.

Die Bäume und die Blumen sollen blüh'n,

und Wachstumslust soll die Natur erfassen.

 

So jubelt mit, der Frühling kommt schon bald.

Auf dass die Luft von Duft und Klängen schallt!

 

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 8. 3. 2015

 

Erster Frühlingstag

 

Ich hab die ersten Bienen heut' gesehn,

sie summen um die Hyzinthenblüten.

Wie warm die Sonne, keine Winde wehn.

Wenn auch die Gartenvögel noch nicht brüten,

 

So sitzen sie doch – schau nur! – auf den Ästen

und haben offensichtlich schon Kontakt,

und geben sie auch Arien nicht zum Besten,

so zwitschern/tschilpen sie doch schon im Takt.

 

Es kündets Glöckchen jetzt nicht mehr vom Schnee,

und Winterling und Krokus haben weit

die Blüt' geöffnet – fort das Winterweh!

Wie wunderbar, es naht die Freudenzeit.

 

Wenn Sonnenstrahlen in die Herzen fächeln,

dann können auch die Menschen wieder lächeln!

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 

12. 2. 2015

 

Frühlingsahnen

 

Und stehen wie Gerippe – schwarz – die Bäume

und hüllen Vögel sich in Winterschweigen,

sind auch noch weit entfernt die Frühlingsträume

und tanzen Blumen noch nicht Blütenreigen,

so tun sich doch schon auf die lichten Räume,

und Ahnen liegt auf Ästen und auf Zweigen.

Wenn langsam wärmer wird der Sonnenschein,

dann spürt es jeder: Bald wird Frühling sein!

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 1. 1. 2015

 

Wünsche für das neue Jahr

 

 Es bringe euch das neue Jahr

Zufriedenheit und stilles Glück,

so dass an alles, was da war,

ihr später gerne denkt zurück.

 

Es bringe euch Gesundheit auch

für euren Körper und die Seele

und auch der Freude Lächelhauch,

so dass es euch an gar nichts fehle.

 

Es bringe euch den inn'ren Frieden

und mit dem Umfeld Harmonie,

ein jeder Streit sei abgeschieden,

und Zorn und Ärger treff euch nie.

 

Es halte euch der Liebe Band,

und alles Böse sei euch fern.

Die Engel reichen euch die Hand.

Ihr seid beschützt von Gott, dem Herrn.

 

© Gisela

 

 

 

 23. 12. 2014

 

Adventslicht

 

 Schau ich versonnen in das Licht der Kerzen,

durchströmt es mich – pulsierend, sanft und warm,

es breitet Fried' sich aus in meinem Herzen,

und von der Seele fällt mir aller Harm.

 

Die Flamme streckt sich sehnend aus nach oben,

sie zeigt mir, wo ich Freude wieder find'.

Ja, Vater, lass mich preisen dich und loben,

dass du uns deinen Sohn geschenkt als Kind.

 

Nur wen'ge Tage, bis die Glocken klingen

und Engel jubeln ihr Halléluja.

Lasst uns mit ihnen Freudenlieder singen.

Zur Weihnacht ist uns Gott besonders nah.

 

Es öffnet sich ein Stück das Himmelreich,

und Menschenherzen werden wieder weich.

 

© Gisela Schäfer

 

 

29. 11. 2014

 

Endlich Advent

 

Wie sind so dunkel die Novembertage!

Es bläht die Dunkelheit sich mächtig auf.

Der raue Wind und Nebel, welche Plage!

Ein kleiner Bogen nur der Sonne Lauf.

 

Die Menschen lieben nicht das trübe Wetter,

umkleiden sich mit Mütze, Handschuh', Schal.

Es rascheln auf der Erde welke Blätter,

die Bäume seh'n gespenstisch aus, so kahl.

 

November drückt die Stimmung immer nieder,

bis dass am Schluss das erste Kerzchen brennt

und endlich wieder klingen Hoffnungslieder.

Das Dunkel geht vorbei – es ist Advent!

 

Lasst wieder strahlen euer Angesicht.

Nur kurze Zeit, dann ist es da, das Licht!

 

© Gisela Schäfer

  

 

 

 

 13. Nov. 2014

 

Herrlicher Novembertag

 

Nach unfreundlichen Tagen voller Regen,

da Kälte griff nach Händen und nach Füßen,

da Sturm begann, wild übers Feld zu fegen

und man es spürte: Winter lässt schon grüßen,

 

Ist heut' noch mal ein Tag voll Sonnenschein

mit blauem Firmament und milder Luft.

Er lädt die Menschen zum Spazieren ein –

fast riecht es noch nach frohem Sommerduft.

 

Zwar sind schon manche Bäume kahl geworden

und abgestorben schon die meisten Blätter,

doch da gottlob nicht tobt der Wind aus Norden,

sieht's noch ganz herrlich aus im Sonnenwetter.

 

Den bunten Farben – gelb und rot und gold –

mein Herz Bewunderung und Freude zollt.

 

© Gisela

 

 

 

 

 

 Anfang November

 

 Novembertag, an Wind und Wolken reich,

recht unwirsch, und dazwischen oftmals Regen.

Der Bäume bunte Zier schwimmt in dem Teich

 

und raschelt unterm Fuß auf allen Wegen.

Was gestern noch am Ast wie Gold geschimmert,

das ließ sich heute durch die Straßen fegen.

 

Vorbei die Pracht – es hat nichts mehr geflimmert,

so mancher Baum sieht jetzt entblößt schon aus.

Es schien mir so, als hab' er leis' gewimmert.

 

Die Menschen eilten rasch zurück ins Haus.

Doch während dicke Regentropfen fielen,

sah's draußen plötzlich hell erleuchtet aus.

 

Die Sonnenstrahlen schienen froh zu spielen

und als die Wolkenwand hinweggezogen,

am Himmel auf ein Wunder hinzuzielen,

 

den allerschönsten, bunten Regenbogen.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 25. September 2014

Der Herbst ist da

 

Die letzte Beere an dem Himbeerstrauch,

sie hat mir heut' besonders gut geschmeckt.

Im Garten liegt ein leiser Nebelhauch,

und Zeichen des Vergeh'ns hab ich entdeckt.

 

Was noch vor Kurzem mich so hell entzückt,

Hibiskus-, Sommerfliederblüten,

ist meinem Blick für dieses Jahr entrückt,

es welkte und verging – mög's Gott behüten!

 

Es klingen keine Amselstimmen mehr,

und auch die Schmetterlinge sind verschwunden.

Die Vogelnester sind schon lange leer.

Mich dauert das, ich sag es unumwunden.

 

Es wird nun abends wieder früher dunkel

und ungemütlicher und oft schon kalt.

Von ferne klingt schon winterlich' Gemunkel.

Ich fühle mich so kraftlos und so alt

 

Wie oft noch werd' ich es erleben,

des Jahres Aufstieg und den Niedergang?

Vorbei die Liebe und das zarte Beben –

bis hin zum Abschied ist's nun nicht mehr lang...

 

© Gisela

 

 

 

August 2014

Sommerhitze

 

Ach, was war’n wir unzufrieden:

„Kommt kein Sommer dieses Jahr?!“

Kälte war uns nur beschieden,

wie’s schon lange nicht mehr war.

 

Plötzlich ’doch errang die Sonne

Herrschaft übers ganze Land,

jeder jubelt’ ob der Wonne,

weil er’s Leben herrlich fand.

 

Blumen blühten, Vögel sangen.

Ach, wie war die Welt so schön!

Fröhlich alle Stimmen klangen.

Strahlgesichter nur zu seh’n!

 

Doch dann ward es schrecklich heiß,

grünes Gras ist strohig hell,

nun in Strömen rinnt der Schweiß.

Sommer ist fürwahr zur Stell’.

 

Menschen alle sich verkriechen,

suchen Kühlung in dem Haus,

wollen Hitze nicht mehr riechen,

Hunden hängt die Zunge raus.

 

Nur die Wäsche auf der Leine

flattert fröhlich vor sich hin.

„Scheine, Sonne“, ruft sie. „scheine,

denn nach Trocknen steht mein Sinn!“

 

Auch das kleine Nackedeichen

hat am Wetter seinen Spaß,

will nicht vor der Sonne weichen,

denn es planscht im kühlen Nass.

 

Ach, wie ich so schrecklich schwitze!

Wie verbringe ich den Tag?

Fliehe diese schlimme Hitze,

bis die Sonne nicht mehr mag.

 

In dem Schatten dann am Abend

hört es auf, das Heiß-Gestöhn!

Mich am kühlen Bierchen labend,

find’ ich’s Leben wieder schön.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 Juli 2014

 Dauerregen

 

Es regnet, regnet, regnet unentwegt.

So trostlos sieht sie aus, die Welt, so grau,

am Himmel zeigt sich .nicht ein Pünktchen Grau.

Der Wind die Bäume hin- und herbewegt.

 

Ein Wetter ist's, das keine Freud' erregt,

im Gegenteil, man fühlt sich matt und flau,

wünscht Himmelsbläue sich und Winde lau.

Stattdessen jeder Trübgedanken hegt.

 

Ein Gutes hat der Regen, ich geb's zu:

Vorm Gartengießen hat man derzeit Ruh',

die Blumen trinken sich alleine voll.

 

Doch wieviel schöner wär' jetzt Sonnenschein,

man läg' im Stuhl und bräunte Arm und Bein

und sagte sich: „Wie ist das Leben toll!“

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 9. 6. 2014

Aus gegebenem Anlass hier ein zweites Monats-Gedicht

 

Unwetter

(Sapphische Ode)

 

Eben strahlt' am Himmel noch hell die Sonne,

Blumen wiegten leise sich voller Wonne.

Aber Menschen jammerten in der Schwüle:

Wo bleibt die Kühle?

 

Doch ganz plötzlich ward es kohlschwarz und dunkel,

Donner schreckt', was vorher war leis' Gemunkel.

Übern Himmel zucken die grellen Blitze.

Aus ist die Hitze!

 

Sturm reißt an den Ästen und an den Zweigen,

Blumen und die Büsche sich angstvoll neigen.

Heftig prasselt gegen die Scheiben Regen.

Ist das noch Segen?

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 Juni 2014

 

Mit allen Sinnen

 

 Wie’s überm Weiher zuckt,

o schau, o schau, o schau,

Libellen, schlank geleibt,

ein schillernd leuchtend Blau.

 

So lausche, lausch dem Klang,

dem Bienensummen fein,

des Murmeltiers Gepfeif

weit drüben hinterm Stein.

 

Die Beeren an dem Grün –

so süß, so süß dem Mund.

Wie gut der Sommer schmeckt,

macht’s Jahr so voll und rund.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

  Mai 2014

Frühlingsstunde im Wald

 

 Das Wolkenweiß zieht schleiernd übers Blau,

und fahlig sonnt es – schwächelnd, schattenarm.

Doch Morgenfrösteln wurde mittagslau,

und Kriechewärme zog in Leib und Darm.

 

Aus hochgereckter Waldesbäume Grün

erklingt ein vogeliger Sanges-Chor,

und lockend schmelzig trägt manch Männchen kühn

der Liebsten seine Hochzeitswünsche vor.

 

Schau, blättersitzend dort ein Zartinsekt

und pferdig Fallobst auf dem Wegesgrund!

Ein Ferne-Hund mit Kläffelauten weckt,

was mittagstief genießt die Schlummerstund'.

 

In Feuchtpfad eingedrückt des Rittes Huf,

darin ein Käfermohr nach Nahrung sucht,

da plötzlich kuckuckt es mit Ego-Ruf,

und rundum lärcht und eicht es, tannt und bucht.

 

Mein Herz ist wie mein Ohr heut' glückerfüllt.

Wie herrlich ist das Walkspazier'n im Wald!

Die Frischeschönheit zeigt sich unverhüllt,

noch lange Vogeljubel in mir hallt!

 

© Gisela Schäfer

 

 

 *

 April 2014

Fahrt durchs Leben

 

Die Hoffnung

ist Motor,

Heizung

und Scheinwerfer

unseres

Lebensfahrzeugs.

 

Sie treibt an

in trostlosen Situationen,

wärmt

in der Kälte des Daseins

und erleuchtet,

wenn der Blick getrübt ist.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 

 

 *

März 2014

Es frühlingt immer mehr

 

Von Tag zu Tag wird es nun frühlingshaft.
Die Sonne müht sich, Wärme herzuschenken.
Vorm Restaurant sitzt man nun schon auf Bänken,
und in den Bäumen steigt empor der Saft.

Der Schornstein nicht mehr wie im Winter pafft.
Die Hausbesitzer an die Arbeit denken,
im Garten jetzt die Pflanzen einzusenken.
Welch eine Freude, ist das dann geschafft.

Was vor zwei Tagen noch ganz knospig war,
stellt heute sich als zarte Blüte dar.
So lange konnten wir das nicht erwarten!

Allüberall ist Hoffnung wahr geworden.
Der Wind weht leis' von West, nicht mehr von Norden.
Welch eine Freude schenkt zurzeit der Garten!

© Gisela Schäfer

  

 

  *

 Februar 2014

 Winter, ade!

 

 Der Winter hat sich leis' davongemacht,

das heißt, so richtig war er gar nicht da.

Woanders sprach er sicher laut sein Ja,

jedoch bei uns hat Frost er nicht gebracht.

 

Gefroren hat es keine einz'ge Nacht.

Nur Raben krächzten laut ihr krakrakra.

Kaum mal ein wenig Weiß vom Reif ich sah,

's gab weder Schlittenfahr'n noch Schneeballschlacht.

 

Die Autofahrer haben's nicht bedauert,

dass keine Glätte auf den Straßen lauert',

und auch die Hausbesitzer freuten sich.

 

Schneeschippen, das ist eine schwere Last,

die man besonders, wenn man alt ist, hasst.

Jedoch die Kinder klagten. Sicherlich.

 

© Gisela Schäfer

  

 

 *

 

Sonntagsspaziergang Anfang Februar

 (Terzine)

 

 Noch sind die Wege nass vom Gestern-Regen,

doch müht die Sonne sich, es aufzusaugen.

Man kann schon Zukunfts-froh-Gedanken hegen.

 

Nach Frühlingszeichen suchen meine Augen.

Sie finden auf den Feldern saft'ge Pflanzen,

die für das Vieh als frisches Futter taugen.

 

Noch sind der Bäume Äste starr wie Lanzen,

doch in den Gärten zeigt sich erstes Leben.

Wenn auch Insekten noch nicht fröhlich tanzen,

 

seh ich, dass erste Frühjahrsblümchen heben

die bunte Blüte in den Sonnenschein.

Mag's auch noch einmal Winterkälte geben,

 

hab Hoffnung nur: Bald wird es Frühling sein!

 

© Gisela Schäfer

 

 

  *

 

Einsicht in die Akten

 

 Was bringt Einsicht in die Akten?

Äußerlich so mancherlei:

Namen, Daten, Herkunft – Fakten,

lesbar bei der Polizei.

 

Man erfährt in Einzelheiten

alles übers Wann, Wo, Wie.

Doch des Menschen tiefste Seiten,

die erkennt man sicher nie.

 

Man schaut immer nur von außen,

sieht nicht in das Herz hinein.

Warum etwas drang nach draußen,

das weiß nur der Mensch allein!

 

  © Gisela Schäfer

 

 

 *

 

Wünsche für das neue Jahr

 

 Es bringe euch das neue Jahr

Zufriedenheit und stilles Glück,

so dass an alles, was da war,

ihr später gerne denkt zurück.

 

Es bringe euch Gesundheit auch

für euren Körper und die Seele

und auch der Freude Lächelhauch,

so dass es euch an gar nichts fehle.

 

Es bringe euch den inn'ren Frieden

und mit dem Umfeld Harmonie,

ein jeder Streit sei abgeschieden,

und Zorn und Ärger treff euch nie.

 

Es halte euch der Liebe Band,

und alles Böse sei euch fern.

Die Engel reichen euch die Hand.

Ihr seid beschützt von Gott, dem Herrn.

 

© Gisela Schäfer

 Foto von Thorsten Freyer - pixelio

 *

Jährliches Wunder

 

An dem Christbaum leuchten hell die Kerzen,

und es duftet süß das Lebkuch'haus.

Heller Sang erfreut die Menschenherzen,

alle Welt sieht froh und glücklich aus.

 

Alle Türen sind jetzt endlich offen,

der Adventskalender zeigt ein Bild,

das die Traurigen lässt wieder hoffen

und die Harten wieder werden mild.

 

Weihnacht lässt die Kälte rings vergessen,

alle Glocken klingen jubelnd warm.

Niemand kann die Seligkeit ermessen,

wenn der Fried' vertreibt den Schmerz und Harm.

 

Eine Weile denkt man nicht an Leid.

Danke für das Glück der Weihnachtszeit!

 

© Gisela Schäfer

 

 

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Advent

 

 Das Jahr will sich zu Ende neigen,

und die Natur legt sich zur Ruh'.

Auf Wald und Felder senkt sich Schweigen,

der Winter schließt die Türen zu.

 

Es starren schwarz und nackt die Bäume,

die frohen Farben sind dahin,

vorbei des Sommers Freudenträume,

der Nebel düstert Menschensinn.

 

Die frühe Dunkelheit zieht nieder,

die Kälte breitet rau sich aus.

Vergessen sind die Hochzeitslieder,

manch Vöglein sitzt im Futterhaus.

 

Doch umso schöner ist es drinnen,

am Kranz die zweite Kerze brennt.

Lasst still uns werden, uns besinnen.

Die Freude naht. Es ist Advent.

 

Bald wird die Finsternis vertrieben,

und es wird hell, wie Sonnen sind;

der kommt, er lehrt uns wahres Lieben.

Wir woll'n empfangen Gottes Kind.

 

© Gisela Schäfer

 

 

 *

 

Weichende Herbst-Schönheit

 

 Die Farben, die noch gestern strahlten,

sie werden täglich blass und blasser,

was Sonnenstrahlen froh bemalten,

das macht der Regen nass und nasser.

 

Das volle Laub in Baumes Kronen

wird fadenscheinig dünn in Winden,

die Blätter nicht und Äste schonen.

Im Moder sie sich wiederfinden.

 

Lasst uns auf letzte Herbstes-Zeichen

noch einmal voller Liebe schauen,

eh' sie dem trüben Nebel weichen

und uns verschlingt November-Grauen.

 

© Gisela Schäfer

 

 

*

 

Goldener Herbst

 

 Oktober hat sich eingestellt,

er strahlt wie pures Gold

und malt uns eine Zauberwelt,

wie wir es stets gewollt.

 

Und schenkt die Sonne ihren Schein,

dann jubelt unser Herz.

Nein, schöner könnte es nicht sein,

es trägt uns himmelwärts.

 

Ist bald auch kalt und leer das Nest

und sind verstummt die Lieder,

die Seele hält die Schönheit fest,

bis Lenz und Lust kehrt wieder.

 

© Gisela Schäfer

 

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